Steuertipp

Update Steuern

Themen: Finanzverwaltung NEU und Begutachtung des Digitalsteuerpakets.

Steuertipp Steuer Grant Thornton Austria

Nachdem die letzte Reform der österreichischen Finanzverwaltung bereits mehr als 15 Jahre zurückliegt, hat Finanzminister Hartwig Löger kürzlich die Modernisierungspläne bekannt gegeben.

Geänderte Anforderungen, die sich aus Globalisierung und Digitalisierung ergeben, und der Anspruch, zu den modernsten Finanzverwaltungen der Welt zu gehören, machen eine Modernisierung der Finanzverwaltung unverzichtbar. Aus den bestehenden 40 Finanzämtern soll künftig ein „Finanzamt Österreich“ werden. Zusätzlich soll es ein eigenes Finanzamt für Großbetriebe, ein „Zollamt Österreich“, ein „Amt für Betrugsbekämpfung“ und einen „Prüfdienst für lohnabhängige Abgaben und Beiträge“ geben. Die bisher als „Finanzamt“ bekannten Standorte bleiben als Dienststellen erhalten.

Seit April 2019 liegt der erste Teil des Digitalsteuerpakets in Begutachtung. Internetriesen sollen künftig zur Kasse gebeten werden.

Der Begutachtungsentwurf des Digitalsteuerpakets umfasst neben der Einführung einer Digitalsteuer von 5 % für global agierende „Onlinewerbeleister“, die Werbeumsätze mit Inlandsbezug erwirtschaften, auch eine umsatzsteuerliche Haftungspflicht für Online-Vermittlungsplattformen (z. B. Airbnb). Letztere soll
mit Aufzeichnungsverpflichtungen der jeweiligen Umsätze mittels IP-Adresse einhergehen, um eine korrekte Besteuerung der durch die Plattform vermittelten Umsätze sicherzustellen. Zudem soll die Einfuhrumsatzsteuerbefreiung von Warenwerten bis zu 22 Euro entfallen. Die Begutachtungsfrist endet am 9. Mai 2019.

Steuerberater Mag. Christoph Schmidl ist Partner und Leiter des Outsourcings bei Grant Thornton Austria.