Nina Ollinger

Dr. Nina Ollinger, LL.M ist Rechtsanwältin und Inhaberin der Wienerwald Wohlfühlkanzlei in Purkersdorf und Klosterneuburg mit den Schwerpunkten Franchise- und Vertriebsrecht sowie Kartellrecht.

Das selektive Vertriebssystem

Selektive Vertriebssysteme sind eine besondere Vertriebsform, bei welchem die Ware nur über ausgewählte Händler vertrieben wird. Die Auswahl obliegt dem Hersteller, allerdings muss diese nach sachlichen Kriterien erfolgen. Überwiegend kommt dieses bei hochtechnischen Geräten und Luxusartikeln zum Einsatz. Nicht jedes Produkt rechtfertigt aus juristischer Sicht die Einrichtung eines derartigen Vertriebssystems. Es bietet bisweilen Erleichterungen auf rechtlicher Basis, wenngleich auch in diesem Bereich nicht jegliche Frage abschließend geklärt ist.

Der rechtliche Rahmen für Online-Handel

Waren, die über das Internet vertrieben werden, können zumeist günstiger angeboten werden als dies stationären Unternehmern möglich ist. Da Online-Unternehmen keine "Betriebskosten" wie Mitarbeiter, Strom und Einrichtung aufzubringen haben, stellen sie den stationären Handel zunehmend vor Herausforderungen. Um diese Problematik in den Griff zu bekommen, wird auf Herstellerebene versucht, den Abnehmern und damit den Händlern Regelungen aufzuerlegen, was sie beim Vertrieb der Waren einzuhalten haben – es werden Vereinbarungen im Hinblick auf den Umfang des Online-Verkaufs, Preise, Qualitätsvoraussetzungen, Service, etc. getroffen. Gerade in diesem Bereich gibt es viele rechtliche Grauzonen. Nachstehend ein Abriss der geltenden Rechtslage.