Windkraftindustrie

Vestas: Aufträge in Milliardenhöhe trotz Corona

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© Peter Martens

Der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas hat trotz der Coronakrise neue Aufträge in Milliardenhöhe eingesammelt. Der Gesamtbestand an Aufträgen und Serviceverträgen für Windkraftanlagen belief sich Ende Juni auf 35,1 Milliarden Euro und um damit 3,6 Mrd. Euro mehr als ein Jahr zuvor, wie Vestas im dänischen Aarhus mitteilte.

Das Management sieht zwar weiterhin die Unsicherheiten angesichts der Krise, zeigte sich aber zuversichtlich. Unter schwierigen Umständen und ohne staatliche Hilfen habe Vestas eine starke Leistung erbracht, sagte Konzernchef Henrik Andersen mit Blick auf das zweite Quartal.

Nachdem der Konzern seine Prognose für das laufende Jahr im April ausgesetzt hatte, rechnet das Management nun wie zuvor mit Erlösen von 14 bis 15 Mrd. Euro. Die Gewinnpläne sehen aber trüber aus. So dürften nur noch 5 bis 7 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn (bereinigtes Ebit) hängen bleiben. Vor einigen Monaten hatte der Konzern noch 7 bis 9 Prozent angepeilt.

Im zweiten Quartal steigerte Vestas seinen Umsatz im Jahresvergleich um 67 Prozent auf 3,54 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) brach jedoch wegen außerordentlicher Rückstellungen für Garantiefälle bei schon installierten Anlagen um fast drei Viertel auf 34 Mio. Euro ein. Unter dem Strich stand ein Verlust von 5 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 90 Mio. Euro Gewinn. Im ersten Quartal war der Verlust allerdings noch größer ausgefallen, nachdem logistische Probleme und Lieferengpässe infolge der Coronakrise Vestas belastet hatten. (dpa/apa/red)