Paketlogistik : Österreichische Post investiert und verhandelt mit Lebensmittelhandel

Die Post will in den nächsten Wochen ihren neuen Bank-Partner bekanntgeben, kündigte Post-Chef Georg Pölzl im Klub der Wirtschaftspublizisten an. Die Kooperation mit der Bawag läuft aus. Von insgesamt 20 nationalen und internationalen Gesprächspartnern seien noch zwei Bietergruppen im Rennen, sagte Pölzl. In Medien wurden zuletzt Namen wie Santander oder die Volksbanken genannt.

Bis Ende 2019 muss die Post aus 73 Bawag-Filialen ausziehen. Bis zu 40 davon will das Unternehmen durch eigene Filialen ersetzen, den Rest mit Hilfe von Postpartnern. Mit dem neuen Bank-Partner stellt sich Pölzl ein Joint Venture vor. Eine Mehrheitsbeteiligung schloss er aus. Wie bisher sollen vor allem einfache Bank- und Versicherungsdienstleistungen angeboten werden. Nur, dass das Geschäft diesmal profitabler werden soll. "Ergebnistechnisch hatten wir nicht so viel Freude damit. Das war ein Nullsummenspiel", räumte Pölzl ein.

Kritik von Pölzl an der ÖBIB

Die heimische Post gehört zu 52,85 Prozent dem Staat. Verwaltet wird diese Beteiligung von der staatlichen Österreichischen Bundes-und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB).

Pölzl bezeichnete die Konstruktion der ÖBIB als "keine glückliche". Er würde es befürworten, wenn die ÖBIB wieder zu einer AG zurückfirmiert werden würde. Die ÖIAG, so hieß die Staatsholding früher, habe "sehr gut und professionell" gearbeitet. "Wir haben eine Verschlechterung gehabt und blicken nun hoffnungsfroh in die Zukunft", sagte Pölzl.

Investition von einer halben Milliarde Euro und Verhandlungen mit Lebensmittelhandel

Die Post wird in den nächsten drei Jahren wie berichtet 500 Mio. Euro investieren, um Sortierleistung und Empfangsboxen zu verdoppeln und das Selbstbedienungsangebot stark zu erhöhen. Dazu sei man gerade mit einem Partner aus dem Lebensmittelhandel im Gespräch, der die Schließfächer in den Filialen oder vor dem Geschäft aufstellen soll, sagte Pölzl. Rewe (u.a. Billa, Merkur, Penny) ist nach eigenen Angaben nicht gemeint, hieß es auf APA-Anfrage.

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Zahl der konzerneigenen Filialen sinkt

Die Zahl der Poststellen ist seit 2009 zwar von 1.360 auf 1.800 gestiegen, allerdings betrieb die Post früher noch gut 1.000 Filialen selbst, jetzt sind es nur noch halb so viele. Gleichzeitig hat sich die Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren deutlich reduziert - im Schnitt um 300 bis 500 Personen pro Jahr. Derzeit beschäftigt das teilstaatliche Unternehmen rund 17.000 Personen (Vollzeitäquivalente), 35 bis 40 Prozent davon sind noch Beamte.

Heuer wird die Post nach Angaben ihres Generaldirektors erstmals wieder Personal aufbauen - etwa 200 Personen. "Die Suche nach geeignetem Personal gestaltet sich aber schwierig", so Pölzl.

Übernahmen im Paketgeschäft möglich

Im stark wachsenden Paketgeschäft schließt die Post auch Übernahmen im Ausland nicht aus. "Der E-Commerce-Trend hält an und macht schon einen Gutteil des Handels aus", betonte Pölzl.

Entgegen anderslautender Meldungen bezeichnete Pölzl das neue Einkaufszentrum in der neuen Post-Zentrale in Wien-Landstraße (Rochusmarkt) als "wirtschaftlich höchst erfreuliches Projekt", das profitabel sei und eine gute Kundenfrequenz habe. Er wolle sich das Projekt nicht schlechtreden lassen. Der Post-Chef räumte aber ein, dass die Auslastung in der Garage höher sein könnte.

shöpping.at: Viel weniger Händler als gedacht

"Schwieriger als gedacht" gestalte sich die Eingliederung neuer Händler beim Online-Marktplatz shöpping.at. Derzeit sind erst 500 österreichische Händler unter Vertrag, beim Launch vor einem Jahr hätten aber über 1.000 Interesse bekundet. (apa/red)