Maschinenbau

Heidelberger Druck ruft "neue Wachstumsära" aus

Nach einem deutlichen Gewinnanstieg im vergangenen Geschäftsjahr will Heidelberger Druckmaschinen weiter zulegen. Das Nachsteuerergebnis solle 2017/18 moderat steigen und sich auch in den Folgejahren weiter erhöhen, teilte der Maschinenbauer mit.

Der Umsatz solle das Vorjahresniveau von 2,5 Mrd. Euro erreichen, ab dem Geschäftsjahr 2018/19 seien aber kontinuierlich steigende Umsätze zu erwarten. Dazu soll vor allem der Ausbau des Digitalgeschäfts beitragen, 2017/18 sei das "Jahr der Wegbereitung" dazu. Heidelberger Druck wolle sein Portfolio in wachsenden Märkten wie dem Verpackungs- und Etikettendruck, dem Digitaldruck, bei Verbrauchsmaterialien und Software erweitern - auch durch Zukäufe.

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Für Heidelberger Druck soll damit eine "neue Wachstumsära" beginnen, wie Vorstandschef Rainer Hundsdörfer ankündigte: "Heidelberg wird in den nächsten fünf Jahren wieder der wachstumsstarke und profitable Leuchtturm unserer Branche werden."

Bis 2022 will der Konzern seinen Umsatz auf rund 3 Mrd. Euro steigern. Der Betriebsgewinn (Ebitda) soll auf 250 bis 300 Mio. Euro zulegen, der Nachsteuergewinn auf mehr als 100 Millionen. 2016/17 hatte sich der Nachsteuergewinn um gut 28 Prozent auf von 36 Mio. Euro erhöht.

Kleinere Firmen im Visier

Zugleich will sich Hundsdörfer jetzt auf Einkaufstour begeben. Dabei nimmt der seit November an der Spitze des Konzerns stehende Manager kleinere Unternehmen mit Know-how ins Visier. "Wir kaufen keinen Umsatz, sondern Wissen", so Hundsdörfer der Nachrichtenagentur Reuters.

Das sei für den Konzern günstiger und vor allem schneller, als selber neue Technologien zu entwickeln. In einem ersten Schritt übernahm Heidelberger Druck Docufy, Hersteller von Softwarelösungen für die technische Dokumentation mit 80 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 6,5 Mio. Euro. Kunden dafür macht Hundsdörfer etwa im Maschinen- und Autobau sowie in der Medizintechnik aus. "Wir sind an weiteren Zukäufen dran", betonte Hundsdörfer.

Übernahme der Lackesparte von Fujifilm

Zum Ausbau des Geschäfts mit Verbrauchsmaterialien kündigte Hundsdörfer die Übernahme des Geschäfts mit Lacken und Drucksaal-Chemikalien von Fujifilm für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) an. Zum Kaufpreis machte er keine Angaben. Mit den Aktivitäten mit einem Umsatzvolumen von rund 25 Mio. Euro kann Heidelberger Druck im Bereich Drucksaal-Chemikalien seinen bisherigen Umsatz in etwa verdreifachen. (reuters/apa/red)