Autoindustrie

Fusionspläne bei Renault und Fiat Chrysler: Ein weiter Weg zum Ziel

Fiat Abarth 124 Spider Rally Tribute Fiat Chrysler
© Geneva International Motor Show

Die französische Regierung besteht bei der geplanten Fusion von Renault mit dem italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler auf Arbeitsplatzgarantien. Er habe dem Renault-Chef sehr deutlich gesagt, dass dies Priorität für die Aufnahme von Verhandlungen habe, sagte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire dem Radiosender RTL.

Es gehe um eine Garantie für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Industrieanlagen in Frankreich. Zudem müsse Frankreich in der Führung der fusionierten Gesellschaft gut vertreten sein. Als weitere Forderung machte Le Maire geltend, dass der neue Konzern führend in der Entwicklung von Batterien für Elektroautos sein müsse. Erste Eckdaten der Fusionspläne: Angriff auf VW und Toyota: Fiat Chrysler will Fusion mit Renault >>

Paris will, dass Nissan eingebunden wird

Bei einem Bund mit Fiat Chrysler will Paris zudem erreichen, dass der japanische Renault-Partner Nissan eingebunden wird. "Ich möchte, dass dieser Deal im Rahmen der Allianz zwischen Renault und Nissan stattfindet", sagte Le Maire.

Der französische Staat ist mit 15 Prozent größter Aktionär von Renault. Bei einer Fusion würde sich der Anteil auf 7,5 Prozent halbieren. Die Gewerkschaft CGT hatte eine Sperrminorität des Staats gefordert.

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Auch der italienische Staat will beteiligt bleiben

Dennoch pocht Frankreich auf einen starken Einfluss. Italien hat bereits signalisiert, dass man sich an einer fusionierten Gesellschaft ebenfalls beteiligen möchte, um den französischen Anteil auszubalancieren. Denn auch für Italien ist entscheidend, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Erste Vorschläge für die Konzernführung

Die geplante Holding soll Insidern zufolge von Fiat-Chairman John Elkann geführt werden, Renaults Aufsichtsratschef Jean-Dominique Senard soll Vorstandschef werden.

Mitglieder des Verwaltungsrats von Renault wollen sich Unternehmenskreisen zufolge noch in dieser Woche beraten, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine Entscheidung, ob die Verhandlungen mit Fiat Chrysler fortgesetzt werden, solle Anfang kommender Woche getroffen werden, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen. Renault hatte bereits Interesse an einem Zusammenschluss signalisiert.

Franzosen, Italiener, Amerikaner und Japaner an einem Tisch

Analysten rechnen allerdings nicht mit einer raschen Einigung. "Der Weg ist noch sehr weit", sagte Frank Schwope von der NordLB. Er gehe von mindestens einem Jahr aus, bevor ein Zusammenschluss umgesetzt werden könne. Es gehe darum, viele unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bekommen, da Vertreter aus Frankreich, Italien, Japan und Amerika an einem Tisch säßen.

Renault ist über eine komplexe Allianz mit Nissan verbunden, zu der auch der japanische Autobauer Mitsubishi gehört. Nissan und Renault streiten über das künftige Kräfteverhältnis in ihrem Bund, seit sich Carlos Ghosn wegen Vorwürfen finanzieller Verfehlungen aus den Unternehmen zurückziehen musste. Er hatte die Allianz über viele Jahre zusammengehalten.

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Eine Initiative, die Fiat von Italien aus gestartet hat

Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler glaubt dennoch, dass Fiat Chrysler und Renault zusammenfinden werden. Die Initiative für den geplanten Zusammenschluss gehe zwar von den Italienern aus, aber auch Renault habe strategische Schwachpunkte. Beide Konzerne seien zu klein, um die Kosten beim Wechsel in die Elektromobilität, vernetzte Fahrzeuge und selbstfahrende Autos alleine zu stemmen.

Angst vor Volkswagen

Beide eine zudem die Angst vor dem "Giganten" Volkswagen, der seine eigene Krise offensichtlich gut wegstecken könne. Auch Toyota und die aufstrebende Konkurrenz aus China setze Fiat Chrysler und Renault unter Druck, die mit einer Fusion offensichtlich einen Befreiungsschlag versuchen wollten.

Fiat Chrysler und Renault gehen nach eigenem Bekunden davon aus, ihre Kosten nach einem Zusammenschluss zur Nummer drei der Branche um jährlich fünf Milliarden Euro zu senken. Damit hätten sie dann auch mehr Geld für Investitionen in die E-Mobilität zur Verfügung. (reuters/afp/apa/red)