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Zweifel ausgeräumt: Opel bekommt Genehmigung für neuen Dieselmotor

Monatelang hat das deutsche Kraftfahrtbundesamt den neuen Zweiliter-Diesel des Autobauers Opel geprüft - und dabei sogar auf die Hilfe von Hackern gesetzt. Doch jetzt bekommt Opel die gewünschte Genehmigung.

Opel bekommt nach monatelanger Prüfung für den Zweiliter-Diesel des neuen Zafira die Zulassung durch das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA). Das deutsche Verkehrsministerium bestätigte am Wochenende einen Medienbericht in Deutschland, wonach Zweifel an der Software zur Motorsteuerung ausgeräumt seien. Die Typgenehmigung werde am heutigen Montag erteilt, wie es hieß.

Der neue Dieselmotor soll auch in den Modellen Insignia und Cascada zum Einsatz kommen. Wie die Zeitung berichtete, holten sich die Beamten sogar Hilfe bei einem Computer-Hacker, der die neue Software prüfte. Das neue System zur Abgasbehandlung wirke deutlich stärker, die Emissionen seien spürbar gesenkt worden.

Opel hat den Vorwurf der Manipulationen immer zurückgewiesen

Opel sieht sich beim alten Zafira-Modell Vorwürfen ausgesetzt, ähnlich wie VW eine illegale Abschaltvorrichtung eingebaut zu haben, um Abgaswerte des Dieselmotors zu schönen. Die nach dem VW-Skandal eingesetzte Untersuchungskommission beim Verkehrsministerium prüft dies noch. Opel hat den Vorwurf stets zurückgewiesen und die Reduzierung der Abgasreinigung in bestimmten Temperaturbereichen und bei höheren Geschwindigkeiten mit dem Schutz wichtiger Bauteile im Fahrzeug begründet. Das sei technisch notwendig und legal.

Im deutschen Verkehrsministerium hieß es am Sonntag auf Anfrage, es finde nun keine Abschaltung der Abgasreinigung bei Geschwindigkeiten über 145 Stundenkilometer mehr statt. Zudem arbeite das System jetzt im Temperaturbereich von minus 8 bis plus 50 Grad Celsius. Zuvor habe dieser Korridor bei 17 bis 33 Grad gelegen. Es gebe eine deutliche Absenkung beim Ausstoß von Stickoxiden.

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach dem VW-Abgas-Skandal angekündigt, bei neuen Typzulassungen werde in Zukunft viel genauer geprüft als bisher. Das Ministerium betonte, das KBA habe im Fall Opel nun auf dem Rollenprüfstand und auf der Straße getestet sowie die offengelegte Software gecheckt. (APA/dpa/red)

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