Autoindustrie

Zwangsrückruf bei Opel wegen zu hoher Abgaswerte

Zwei Benziner-Baureihen von Opel überschreiten nach einem Urteil einer deutschen Behörde die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide gravierend. Zeitungsberichten zufolge müssen europaweit 210.000 Fahrzeuge zurückgerufen werden.

Das deutsche Kraftfahrtbundesamt hat einem Medienbericht zufolge gegen Opel einen Zwangsrückruf für Benziner-Modelle wegen zu hoher Abgaswerte verhängt. Fahrzeuge der Modelle Corsa und Adam der Baujahre 2018 und 2019 überschritten die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide gravierend, berichtete die "Bild am Sonntag".

Demnach sind europaweit rund 210.000 Fahrzeuge betroffen, davon 54.000 in Deutschland. Zu Österreich lagen zunächst keine Zahlen vor.

Der Bericht verwies auf Ankündigungen Opels von vor zwei Monaten, wonach der Autobauer eine "Fehlfunktion" durch ein Software-Update freiwillig beheben wollte. Damals erklärte Opel demnach noch, dass die Maßnahmen ohne das Kraftfahrtbundesamt durchgeführt würden.

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Zu dem verpflichtenden Rückruf äußerte sich ein Opel-Sprecher nach Angaben der Zeitung auf Anfrage nicht. Auch das deutsche Verkehrsministerium wollte den Zwangsrückruf demnach nicht kommentieren.

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Stickstoffoxide (NOx) wie Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) entstehen überwiegend als unerwünschte Nebenprodukte bei der Verbrennung von Treibstoffen bei hoher Temperatur. Der mit Abstand größte Verursacher ist der Auto- und Lkw-Verkehr.

Für den Menschen besonders schädlich ist NO2, da es die Lungenfunktion beeinträchtigt. Laut dem österreichischen Umweltbundesamt hat NO2 auch Spätfolgen und kann zu Todesfällen durch Herz-Kreislauferkrankungen führen. (afp/apa/red)

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