Beleuchtungsindustrie

Zumtobel: Umbau und und Vertragsverlängerung für Alfred Felder

Zumtobel hat den Vertrag von Konzernchef Alfred Felder bis 2022 verlängert. Das sorge für Kontinuität auf dem Weg zurück zu Profitabilität, so Aufsichtsratschef Jürg Zumtobel. Der Umbau des Herstellers geht weiter.

Der Aufsichtsrat des börsenotierten Vorarlberger Leuchtenherstellers Zumtobel hat den Vertrag mit seinem Vorstandsvorsitzenden Alfred Felder bis 2022 verlängert. Ursprünglich wäre der Kontrakt am 30. April 2019 ausgelaufen, nun besteht er bis 30. April 2022. Mit dieser Maßnahme sorge man für Kontinuität auf dem Weg zurück zu guter Profitabilität und Wachstum, so Aufsichtsratschef Jürg Zumtobel.

Lob für Felder

Seit seinem Antreten als CEO im Februar dieses Jahres habe Felder "mit enormem Einsatz, vielen umgesetzten Schritten und bedeutenden Verbesserungen gezeigt, dass er vollstes Vertrauen verdient", sagte Zumtobel am Dienstag in einer Aussendung. Es sei eine leichte und logische Entscheidung gewesen, das Mandat Felders zu verlängern. "Wir sind großer Zuversicht, dass die notwendigen Veränderungen damit weiterhin konsequent und rasch umgesetzt werden", so der Vorsitzende des Aufsichtsrats.

Eckdaten zur Person

Der 55-jährige Felder arbeitet seit 2012 in leitender Funktion in der Zumtobel-Gruppe, im April 2016 wurde er als Chief Operating Officer (COO) in den Vorstand des Konzerns berufen. Am 1. Februar des Jahres übernahm er die Funktion des Vorstandssprechers von Ulrich Schumacher und wurde am 8. Juni auch formell als CEO bestätigt. Die Trennung von Schumacher erfolgte im Unfrieden: Dieser sieht seine Ablöse als ungerechtfertigt an und fordert von seinem ehemaligen Arbeitgeber 4,3 Mio. Euro. Am Landesgericht Feldkirch ist ein diesbezüglicher Rechtsstreit anhängig.

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Neuausrichtung schreitet voran, Halbjahresgewinn steigt

Die Neuausrichtung des börsennotierten Vorarlberger Leuchtenherstellers Zumtobel schreitet voran. "Wir sind auf dem richtigen Weg, dem Unternehmen die volle Leuchtkraft zurückzubringen. Im ersten Halbjahr unseres Geschäftsjahres 2018/19 konnten wir trotz Umsatzrückgängen eine Verbesserung der Profitabilität erzielen", so Zumtobel-Chef Alfred Felder. "Allerdings sind wir noch nicht an einer kompetitiven Kostenbasis angelangt. Konzernweit werden wir daher weiter Maßnahmen zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit vorantreiben, um langfristig profitables Wachstum zu generieren."

Schließung im Burgenland, Verlagerung nach Serbien

Das kontinuierliche Hochfahren der Produktion in serbischen Werk Nis zur Stärkung des globalen Produktionsverbunds sowie die fortlaufenden Restrukturierungs- sowie Effizienz- und Einsparmaßnahmen seien wichtige Schritte zur Verbesserung der mittelfristigen Profitabilität, teilte Zumtobel mit.

Im November hat das Unternehmen die Schließung der Produktion seiner Komponententochter Tridonic im burgenländischen Jennersdorf bekanntgegeben. Bis November 2019 verlieren dort 90 Mitarbeiter ihren Job. Mit der Reduktion des Personalstands soll ab März kommenden Jahres begonnen werden. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Jennersdorf mit rund 30 Arbeitsplätzen bleibt als gruppenweites LED-Kompetenzzentrum erhalten. Die Produktion der im burgenländischen Werk gefertigten LED-Module wird nach Nis und Dornbirn transferiert.

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Die eingeleiteten Maßnahmen zur strategischen Neuausrichtung hätten trotz Umsatzrückgängen zu einer verbesserten Ertragslage im ersten Halbjahr (Mai bis Oktober 2018) geführt, was insbesondere auf ein deutlich verschlanktes Management-Team und striktes Kostenmanagement zurückzuführen sei, so Zumtobel heute. Das Periodenergebnis stieg um 14,3 Prozent auf 8,8 Mio. Euro, das bereinigte Gruppen-EBIT um 22 Prozent auf 24,8 Mio. Euro. Das ausgewiesen EBIT erhöhte sich um 18,9 Prozent auf 19,1 Mio. Euro.

Der Gruppenumsatz ging wie erwartet zurück und sank um 4,7 Prozent auf 595,1 Mio. Euro. Bereinigt um Währungseffekte betrug das Minus 3,2 Prozent. Weitere Gründe für den Rückgang seien der intensive Preiswettbewerb in der Beleuchtungsindustrie und deutlich weniger Umsätze in dem für die Zumtobel Group wichtigsten Absatzmarkt Großbritannien (rund minus 15 Prozent). Der nach wie vor unklare Ausgang der Brexit-Verhandlungen und der in weiterer Folge rückläufige Auftragseingang im britischen Nicht-Wohnungsbaugewerbe belasteten.

Der Vorstand sieht 2018/19 als Übergangsjahr und bestätigte heute den Ausblick: Beim bereinigten Gruppen-EBIT wird für das Gesamtjahr eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (19,7 Mio. Euro) erwartet. "Vor dem Hintergrund der anhaltend geringen Visibilität sowie des allgemein intensiven Preiswettbewerbes in der Beleuchtungsindustrie und makroökonomischer Unsicherheiten wie beispielsweise des Brexit ist eine Aussage zur Umsatzentwicklung für das 2. Halbjahr mit großer Unsicherheit verbunden", heißt es in der Mitteilung. Bis 2020/21 wird eine EBIT-Marge von circa 6 Prozent angestrebt. (apa/red)

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