Zulieferindustrie

Zulieferer Grammer will Aktionäre im Kampf gegen Hastor schonen

Autozulieferer Grammer führt schon länger einen spektakulären Kampf gegen die feindliche Übernahme des bosnischen Investors Hastor - inzwischen ist Grammers Nettogewinn um 28 Prozent eingebrochen. Torzdem sollen das die Aktionäre des Herstellers nicht spüren.

Der deutsche Autozulieferer Grammer will die Dividende trotz des teuren Abwehrkampfs gegen den ungeliebten Investor Hastor stabil halten. Der Nettogewinn brach 2017 um 28 Prozent auf 32,4 Millionen Euro ein, wie der Sitzehersteller im ostbayerischen Amberg mitteilte.

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Das lag vor allem daran, dass Grammer 7,2 Millionen Euro für Beratungsleistungen ausgab, um die Machtübernahme durch die bosnischen Eigentümer des Autozulieferers Prevent zu verhindern.
Stattdessen holte das Unternehmen den chinesischen Partner Ningbo Jifeng an Bord, der inzwischen mehr als 25 Prozent hält.

"Wichtig für uns ist, dass die Sonderbelastungen nicht zu Lasten der Aktionäre gehen", sagte Vorstandschef Hartmut Müller. Als Dividende sollen deshalb erneut 1,25 Euro je Aktie ausgeschüttet werden.

Für das laufende Jahr geht Grammer nur von einem verhaltenen Umsatzwachstum von 3,5 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro aus. 2017 war er um 5,4 Prozent gestiegen. Die operative Rendite von Grammer soll sich in diesem Jahr verbessern. 2017 lag das Ergebnis vor Steuern und Zinsen mit 80,2 Millionen Euro um 18 Prozent über Vorjahr, was einer Rendite von 4,5 Prozent entsprach.

Das Unternehmen hatte die Verunsicherung um den neuen Großaktionär Hastor für den Verlust neuer Aufträge aus der Autoindustrie verantwortlich gemacht.

Nicht nur Volkswagen musste in der Vergangenheit Konflikte mit Prevent austragen. (reuters/apa/red)

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