Closing in den kommenden Wochen

ZKW: Verkauf an LG Electronics fixiert

Nach Informationen des INDUSTRIEMAGAZIN steht der Verkauf des automotiven Leuchtsystemherstellers ZKW an den südkoreanischen Elektrokonzern LG Electronics kurz vor dem Abschluss. Aufgrund des hohen Kaufpreises haben sich interessierte Konzerne wie Magna und die B&C Holding aus dem von Rothschild Global Advisory gemanagten Verkaufsprozess zurückgezogen.

Ulrich, Mommert, ZKW © IM Grafik

Noch Anfang September erhielt ZKW-Eigentümer Ulrich Mommert (Bildmitte, Rechts-ZKW Chef Oliver Schubert) vom Wieselburger Bürgermeister (links) den Ehrenring der Stadt. Da war mit dem Interessenten LG Electronics schon ein unsichtbarer Gast im Raum.

LG Electronics ist in dem vom Rothschild Global Advisory gemanagten Verkaufsprozess des Wieselburger Automobilzulieferers ZKW bereits vor einigen Wochen zu Endgesprächen eingeladen worden. Mit dem Closing wird in Kürze, „auf alle Fälle vor Weihnachten“, zu rechnen sein, wie Recherchen von INDUSTRIEMAGAZIN ergaben. Der Verkaufspreis liegt dabei deutlich über einer Milliarde Euro. Der bisherige Eigentümer, der 76jährige deutsche Industrielle Ulrich Mommert, zieht sich völlig aus dem Unternehmen zurück. Am Bieterprozess beteiligt waren unter anderem die Konzerne Magna, Panasonic und ein nicht näher spezifiziertes deutsches Familienunternehmen aus der Zulieferbranche. ZKW selbst will die Vorgänge nicht kommentieren.

Verkaufsgerüchte um das Wieselburger Paradeunternehmen mit weltweit 8.500 Mitarbeitern und 1,2 Mrd. Euro Umsatz gibt es seit längerem. Die Erwartungen anstehender Veränderungen wurden erhärtet durch den vollständigen Wechsel im Management. Der gegenwärtige CEO Oliver Schubert löste Langzeit-Chef Herbert Buchleitner am 1. Mai 2016 ab. Die restlichen drei Mitglieder des Verstandsteams traten allesamt erst im Laufe des Jahres 2017 an.

Mitbewerber von ZKW zeigen sich überrascht vom hohen Verlaufspreis, den LG Electronics bereit war zu zahlen. Nach Informationen des INDUSTRIEMAGAZINS steht dahinter ein hohes strategisches Interesse der Südkoreaner: Die LG-Group hat sich den Aufbau einer umfassenden automotiven Sparte zum Ziel gesetzt. Themen wie autonomes Fahren, E-Mobilität und Connected Cars kommen den Kernkomptenzen des Elektronikriesen entgegen. Automotive Berater erwarten, dass der Kaufpreis durch eine zu steigernde Profitabilität der ZKW wettgemacht werden wird.

ZKW hat auf Grund höchstinnovativer Produkte seinen Umsatz seit 2011 auf 1,2 Mrd. Euro verdreifacht. Das Unternehmen mit Headquarter in Wieselburg beschäftigt 3000 Mitarbeiter in Österreich. Weltweit werden gegenwärtig acht Standorte in China, Indien, Slowakei, Tschechien, den USA und  Mexiko betrieben. Heute zählt das Wieselburger Unternehmen neben Automotive Lighting und Hella zu den großen Drei unter den automotiven Leuchtsystem-Herstellern.

Alles zur Übernahme von ZKW durch LG lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von INDUSTRIEMAGAZIN sowie in unserem Premium-Bereich hier.