Zulieferindustrie

ZKW: Erster Besuch der neuen Konzernchefs in Wieselburg

Autozulieferer ZKW bekam in diesen Tagen Besuch aus Südkorea. Nach der Übernahme durch LG reisten jetzt Topmanager persönlich nach Wieselburg - darunter auch LG-Konzernchef Seongin Jo.

Vor wenigen Tagen bekam ZKW hochrangigen Besuch: Nach der Übernahme durch den südkoreanischen Elektronikriesen LG, über die INDUSTRIEMAGAZIN regelmäßig und ausführlich berichtet hat, reiste eine Delegation von Topmanagern an den Unternehmenssitz des Autozulieferers nach Wieselburg.

Unter den Gästen war auch Seongin Jo, Konzernchef von LG. Dieser Besuch unterstreiche die Wertschätzung des neuen Eigentümers, aber auch die strategische Bedeutung von ZKW, meldet der niederösterreichische Hersteller.

Der Rückblick

Tatsächlich ist der Zulieferer ein namhafter Player seiner Branche, der sich als Systemlieferant und strategischer Partner der Automobilindustrie bezeichnet. Die Niederösterreicher sind auf Licht- und Elektroniksysteme spezialisiert. Zu den Kunden gehören Audi, VW, BMW, Porsche, Daimler, Opel, Skoda, Volvo, Man und Scania.

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ZKW beschäftigt knapp 9.000 Menschen, davon rund 3.450 in Österreich. Der Hersteller betreibt Standorte in Österreich, der Slowakei, in Tschechien, China, Indien, Mexiko und den USA. Hier eine Grafik dazu:

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Aktuell ist das Unternehmen auf der Suche nach neuen Standorten. Nach dem erfolgten Ausbau an den österreichischen Standorten Wieselburg und Wiener Neustadt werden die Produktionsstätten in der Slowakei, in Mexiko und China erweitert.

Gerüchte bestätigt

Mehrmals sind Gerüchte über einen möglichen Verkauf aufgetaucht, heuer im April haben sie sich dann bestätigt: ZKW wird von LG übernommen. INDUSTRIEMAGAZIN hat als erstes österreichisches Medium berichtet, dass der Verkauf vor dem Abschluss steht.

Bei der Übernahme zahlt der südkoreanischen Elektronikriese mehr als 1,1 Milliarde Euro für den Wieselburger Hersteller. Der Plan dre Südkoreaner: Jetzt gemeinsam mit ZKW an die Spitze dieser Branche zu klettern.

LG will Selbstständigkeit von ZWK beibehalten

Bei der Übernahme hat LG auch zugesagt, die Autonomie von ZKW und die Arbeitsplatzkultur für die Beschäftigten zu erhalten. "Für die Produktion in Österreich wird sich zumindest für die nächsten fünf Jahre nichts ändern", hieß es im April.

Für die 3.500 ZKW-Mitarbeiter in Österreich, an den Standorten Wieselburg und Wiener Neustadt, gibt es für fünf Jahre eine Jobgarantie. Diese soll auch für das aktuelle Management gelten. Auch die Marke ZKW solle bleiben, meinten die Koreaner damals.

Unsere Meldungen dazu:
ZKW wird koreanisch - fünf Jahre Jobgarantie >>  
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Entsprechend gute Stimmung habe jetzt beim Empfang in Wieselburg geherrscht, meldet ZKW: Das Management der Niederösterreicher rund um Oliver Schubert habe die Delegation des neuen Eigentümers herzlich empfangen.

"Wir fühlen uns durch diesen Besuch sehr geehrt. Auch die überaus positive Stimmung unter den Mitarbeitern beweist, dass LG der richtige Partner ist, um auch zukünftig unsere Technologieführerschaft bei Premium Licht- und Elektroniksystemen auszubauen", meint dazu Schubert.

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Eine Werksführung und eine Festveranstaltung

Am Programm der Besucher: Eine Präsentation des Zulieferers, eine Werksführung und danach eine gemeinsame Festveranstaltung mit allen Mitarbeitern von ZKW in Wieselburg.

Bei der Führung durch das Werk hätten LG-Chef Seongin Jo besonders die Produktionsanlagen für die Frontbeleuchtungen gefallen, meldet ZKW. Diese Technik der Niederösterreicher wird unter anderem bei Audi, VW, BMW, Porsche, Daimler, Opel, Skoda und Volvo verbaut.

Besichtigt wurde aber auch der unternehmenseigene Werkzeugbau, der die Fertigung besonders flexibel mache, so der Hersteller. Den Abschluss des Besuchs bildete eine gemeinsame Begrüßung aller Mitarbeiter in Wieselburg durch das Management beider Seiten.

(red)

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