Personalia

Wolfgang Eder zieht in den Aufsichtsrat von Infineon ein

Der Chef der Voestalpine übernimmt ein Mandat im Kontrollorgan des Dax-Konzerns Infineon, der mit Infineon Österreich auch hierzulande stark vertreten ist. Im Vorfeld streut Eder dem Halbleiterhersteller Rosen - gibt aber auch zu, dass der zeitliche Aufwand des neuen Jobs "überschaubar" sein dürfte.

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder übernimmt ein Mandat als Aufsichtsrat beim im Deutschen Aktienindex (DAX) notierten Halbleiterhersteller Infineon. Mittelfristig soll er dort den Vorsitz übernehmen. "Der zeitliche Aufwand als Infineon-Aufsichtsrat ist überschaubar und damit vollkommen unabhängig von der Funktion des Vorstandsvorsitzenden der Voestalpine AG zu sehen", betont Eder aus diesem Anlass.

"Infineon genießt international einen großartigen Ruf, ist hervorragend geführt, hat hochkompetente Mitarbeiter und eine Spitzenposition am Markt", streut Eder dem Unternehmen, das er gemeinsam mit anderen kontrollieren soll, Rosen.

Eder: "Habe noch zeitlichen Spielraum"

Bisher hat Eder (65) nur eine Aufsichtsratsfunktion außerhalb seines eigenen Konzerns inne, nämlich bei der Oberbank. Auch seine internationalen Verbandspräsidentschaften laufen aus. Eder war von 2009 bis 2014 Vorsitzender des europäischen Stahlverbandes Eurofer und von 2016 bis 2017 zwei Jahre lang Präsident des Weltstahlverbands worldsteel.

Daher habe er noch zeitlichen Spielraum, heißt es bei der Voestalpine. Hilfreich sei auch, dass die beiden Firmen einige Ähnlichkeiten aufwiesen: Von der Internationalisierungsstrategie über die Weltmarktführerschaft in einzelnen Bereichen bis hin zur Technologiegetriebenheit.

Unterschied zwischen Mitgliedern und Chefs im Aufsichtsrat

Während eine einfache Aufsichtsratsmitgliedschaft laut Experten tatsächlich mit einem "überschaubaren" Aufwand verbunden ist, sieht dies im Falle des Vorsitzes im Gremium anders aus. Das Kontrollgremium eines DAX-Konzerns zu führen gilt als arbeitsaufwendig. Eders Vertrag als Vorstandsvorsitzender bei der Voestalpine läuft noch bis zum 31. März 2019. Bis Sommer 2018 wird über eine Verlängerung seines Vorstandsvertrags entschieden.

Sollte - wie wohl als sicher gelten darf - Eder am 22. Februar von der Hauptversammlung von Infineon als Aufsichtsratsmitglied bestellt werden, wird ein Österreicher dem anderen die Klinke in die Hand drücken.

Ehemaliger Chef der Lufthansa tritt zurück

Denn der Posten wird frei, weil Wolfgang Mayrhuber (70), früher unter anderem Lufthansa-Chef, sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender zurücklegt.

Als Aufsichtsratschef folgt auf Mayrhuber zwar vorerst der Rechtsanwalt Eckart Sünner, seit 2007 im Infineon-Aufsichtsrat. Aber der Aufsichtsrat des Unternehmens, der Eder als neues Mitglied vorgeschlagen hat, "sieht ihn als hervorragend geeignet an, den Aufsichtsratsvorsitz mittelfristig zu übernehmen", wie es in einer Aussendung heißt. Die weitere Entwicklung im Infineon-Aufsichtsrat ist damit vorgezeichnet, auch wenn offiziell noch offen ist, was "mittelfristig" heißt.  (APA/red)

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