Stahlindustrie

Wolfgang Eder: "Enormer Aufwand" zur Absicherung der Geschäfte in den USA

Die Voestalpine hat sehr viel Geld in den USA investiert. Jetzt drohen den Linzern Strafzölle, während internationale Abkommen unter Druck geraten. Inzwischen sei eine eigene Mannschaft nur damit beschäftigt, rechtliche Fragen abzusichern, so Konzernchef Eder.

Der Stahlkonzern Voestalpine, der in den vergangenen Jahren massiv in den USA investiert hat, tritt dort jetzt auf die Bremse. Zum einen müssen die getätigten Investitionen sukzessive hereinverdient werden, zum anderen droht der neue US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen und bringt internationale Handelsabkommen ins Wanken.

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Anwälte in Europa und den USA versuchen das Geschäft abzusichern

Wegen der neuen Verwerfungen hat die Voestalpine bereits eine eigene "Taskforce USA" eingerichtet. "Der Aufwand ist ein enormer", so Konzernchef Wolfgang Eder bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Wien. "Wir sind derzeit dabei, unsere Position rechtlich auszuloten." In den nächsten vier bis acht Wochen soll sich die Lage - auch mit Hilfe von Anwälten in Europa und den USA - klären. Es gebe "massiven Schriftverkehr und aufwendige Ermittlungsverfahren".

"Parallel dazu sind wir dabei, Alternativkonzepte für die Produkte, die es betrifft, herauszuarbeiten", so Eder. "Es ist natürlich nicht eine einfache Situation, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen." Mit dem Großteil der Investitionen in den USA habe die Voestalpine "keine Probleme". Das Unternehmen stellt sich aber auf einen protektionistischen Kurs in der US-Wirtschaftspolitik ein.

Politik Washingtons betrifft "nur" Umsätze von 400 Millionen Euro

Die Voestalpine erzielt in den USA laut Eder derzeit einen Umsatz von 984 Mio. Euro - weltweit sind es über 11 Mrd. Euro. Vom Schwenk in der amerikanischen Wirtschaftspolitik betroffen sei "nur der geringere Umsatzanteil". "Im Wesentlichen geht es um 400 Mio. Euro an Umsatz", so der Konzernchef.

"Von der Diskussion nicht erfasst" seien etwa die sieben Weichenstandorte und das neue Roheisenwerk im texanischen Corpus Christi, so Eder.

Investitionen von 1,2 Milliarden Dollar in den USA

In den vergangenen fünf Jahren hat die Voestalpine den Angaben zufolge 1,2 Mrd. Dollar in den USA investiert - gut 1 Mrd. Dollar davon floss in das neue Roheisenwerk in Texas in dem Ort Corpus Christi. Aktuell mehr dazu: Eine Milliarde Dollar: Für Voestalpine wird Werk in Texas teuer >>

In Cartersville (Georgia) verstärkte der Konzern den Automotive-Bereich massiv - die dritte Ausbaustufe wird dort in den nächsten sechs Monaten abgeschlossen.

"Wir können in dem Tempo in einem einzigen Markt nicht weitermachen; wir hätten - Trump hin und Trump her - in jedem Fall unsere Investitionen in den nächsten Jahren zurückgenommen", so Eder. Für einen Worst Case in den USA habe die Voestalpine aber "keine Rückstellungen gebildet", sagte Finanzvorstand Robert Ottel.

Werk in Texas ist seit vier Wochen in Vollbetrieb

Das neue Werk der Voestalpine in Texas ist seit Anfang April in Vollbetrieb. Weiters dazu: Fotostrecke: Erste Bilder vom neuen Standort der Voestalpine in Texas >>

Nach dieser Großinvestition rechnet Finanzchef Ottel konzernweit "mit einem signifikanten Rückgang der Investitionstätigkeit". Die Voestalpine werde aber auch im laufenden Geschäftsjahr 2017/18 "über Abschreibung investieren". Nach über 1 Mrd. Euro 2016/17 dürften es heuer nur 850 bis 900 Mio. Euro werden. (APA/red)

Ausführliche Ergebnisse der Voestalpine für das Geschäftsjahr 2016/2017 auf der nächsten Seite. >>

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