Forum Alpbach

Wolfgang Eder: Anpassungen in unserem Wirtschaftssystem nötig

Der ehemalige Konzernchef und jetzige Aufsichtsrat der Voestalpine meint beim Forum Alpbach, dass unser heutiges Wirtschaftssystem adaptiert werden müsse, weil Teile davon in Zukunft nicht bestehen könnten. Eder plädiert dabei für eine Anpassung statt einer Disruption.

Die neue Welthandels(un)ordnung ist großes Thema bei den Wirtschaftsgesprächen des heurigen Forum Alpbach, die nun eröffnet worden sind. Die Gespräche werden sich unter dem Generalthema "Freiheit und Sicherheit" an drei Tagen unter anderem mit der Unordnung des globalen Handels, dem Digitalzeitalter und Umweltthemen auseinandersetzen.

Oftmals werde von öffentlichen Stellen Freiheit für Sicherheit geopfert, sagte Forum-Vizepräsident Claus Raidl bei der Eröffnung der Wirtschaftsgespräche im Tiroler Bergdorf Alpbach.

Eder: Das System ist in Teilen obsolet geworden

Ex-Voest-Chef und nunmehriges Aufsichtsmitglied Wolfgang Eder sagte bei einer Diskussion zum Thema, dass das Weltwirtschaftssystem adaptiert werden müsse. Es sei in manchen Bereichen für die kommenden Generationen obsolet geworden, sagte Eder.

White Paper zum Thema

"Wir müssen uns Gedanken über die neuen Herausforderungen machen, die bisher nicht Teil des Systems waren", forderte der Manager. "Wir müssen uns überlegen, wie wir Emissionen reduzieren, das Leben sicherer gestalten bezogen auf die negativen Umweltauswirkungen wie etwa Plastik." Eder sprach sich für eine Anpassung des Systems aus, das sich auch sehr bewährt habe, keine Disruption.

Umweltzerstörung:
Die Menschheit verbraucht eine Kapazität von 1,75 Erden pro Jahr >>

Die Voestalpine sei Teil eines großen Systems, als Konzern, als Industrie und sei auch ein Teil der Gesellschaft, der Politik, des Wirtschaftssystems, sagte Eder. Der Manager sprach sich auch für ein weltweites Wirtschaftssystem aus. Ansonsten gerate vor allem CO2-intensive Industrie in Europa unter immer stärkeren Druck aus anderen Regionen der Welt wie unter anderem China.

Aktuell:
Der Kampf um Wasser wird wahrscheinlicher - auch direkt an den Grenzen Europas >>   
Agrarmarkt Austria: Klima erinnert mehr an Palermo als an St. Pölten >>
Österreichs Verkehr braucht viele Millionen Liter mehr Sprit als 2018 >>

Grundsätze der WTO widersprechen der Realität

Cathryn Clüver Ashbrook von der Harvard Universität forderte "eine Geschichte für den demokratischen Handel, denn derzeit werden die Gräben vergrößert". Arancha Gonzales, Chefin des International Trade Center mit Sitz in Genf, deutete an, dass vieles durcheinandergeraten sei. So stimmten viele Grundsätze der Welthandelsorganisation WTO inzwischen nicht mehr mit der Realität überein.

Auf der Welt schaue es so aus, dass Handel momentan keine Win-win-Situation bedeute. Fred Hochberg, Ex-Direktor der Export-Import Bank der USA, sagte, dass jede Entwicklung immer wieder Korrekturen benötige. "Verlierer im Handel werden gerne vergessen, es wird meistens nur über die Gewinner gesprochen." (apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge