Klimaschutz

WKÖ: "Industrie ist Schlüsselplayer für Klimaschutz"

Was Unternehmen neben gezielten Investitionsanreizen und den richtigen Rahmenbedingungen, wie global einheitliche CO₂-Bepreisung, noch brauchen, um die Klimaziele umsetzen zu können, weiß Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie in der WKÖ.

„Österreichs Industrie ist für die Erreichung der Klimaziele ein Schlüsselplayer. Um hier treibende Kraft zu sein, brauchen wir aber rasch die richtigen Rahmenbedingungen. Klimaschutz wird erst dann zum Erfolg, wenn Klimaneutralität unter Erhalt und Stärkung der industriellen Basis erreicht wird. Österreichs Industrie braucht einen wettbewerbsfähigen europäischen Rechtsrahmen ohne zusätzliche nationale Belastungen“, unterstreicht Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie in der WKÖ.

Dazu gehören nicht nur Technologieoffenheit und -vielfalt, sondern auch die richtigen Anreize. Die Politik muss daher einen Rahmen setzen, in dem sich die Unternehmen frei entfalten können. Eine neue Kostenlawine durch nur einseitig in der EU anfallende, aufgrund des verschärften 2030-Ziels steigende Kosten schwächt die Industrie im internationalen Standortwettbewerb. „Durch Mehrfachbelastungen und fehlenden starken Carbon-Leakage-Schutz für die energieintensive, im internationalen Wettbewerb stehende Industrie nimmt sich der Standort Europa selbst aus dem Spiel“, mahnt der Branchensprecher.

Unternehmen müssen unterstützt werden

„Damit die Klimawende gelingt, ist es unabdingbar, unsere Unternehmen bei Investitionen zu unterstützen, und zwar effizient und zeitnahe. Nur wenn wir klimaschutzrelevante Zukunftstechnologien heute vorantreiben, können sie morgen auch wettbewerbsfähig angewendet werden.“ Die Bundessparte Industrie setzt sich daher für Investitionsförderungen wie etwa einen erhöhten Investitionsfreibetrag für Zukunftsbereiche ein. „Wenn wir die ambitionierten Vorgaben der EU-Klimaziele wirklich ernsthaft angehen sollen, braucht Österreichs Industrie dafür Planungssicherheit. Daher heißt es jetzt vom Reden ins Tun kommen.“

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Vorrangiges Ziel muss auch das konsequente Eintreten für eine global einheitliche, verbindliche CO₂-Bepreisung sein. „Das ist der größte Hebel im internationalen Kampf gegen die Klimakrise“, betont Menz. Dazu muss die EU ein überzeugendes Modell vorweisen, wie umfassender Klimaschutz und erfolgreiches Wirtschaften gemeinsam gelingen kann. Der Standort Europa muss auch bei „minus 55 Prozent“ wettbewerbsfähig bleiben. „Das ist die Messlatte für die nun auf dem Tisch liegende Überarbeitung des EU-Rechts. Andernfalls wäre es ein hoch riskantes Vorgehen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie durch noch strengere Vorgaben, noch höhere Kosten, noch mehr Bürokratie zu gefährden, ohne in signifikantem Ausmaß zum Klimaschutz beizutragen“, warnt der Bundesspartenobmann. (apa/red)