Oberösterreich

WK: Neue TU für Digitalisierung soll Schmiede von Startups werden

Im Frühjahr 2021 soll das Konzept einer Technische Universität für Digitalisierung feststehen. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich plädiert dafür, die Gründung von ausgelagerten kleinen Firmen zu einem wichtigen Ziel der Uni zu machen. Gefragt sei ein "neuer Absolvententyp eines ganzheitlich denkenden Soziotechnikers."

Die Wirtschaftskammer (WK) Oberösterreich wünscht sich, dass die geplante neue Technische Universität (TU) für Digitalisierung Spin-off-Gründungen zu einem dezidierten Ziel erhebt und das auch in der Gründungscharta festgeschrieben wird. Als USP müsse die TU über eine besondere Ausstattung und eine attraktive Lage verfügen. In einer Pressekonferenz hat die WK ihre Vorstellungen präsentiert.

Ziel sei ein neuer Absolvententyp eines "ganzheitlich denkenden Soziotechnikers", der interdisziplinär an komplexe Problemstellungen herangeht, so Präsidentin Doris Hummer. Dafür brauche es auch Professoren, die "lebensnah, lösungsorientiert und international" denken. Konkret stellt man sich verpflichtende Praktika, neue Lernmethoden und Forschung in systematischer Zusammenarbeit mit Betrieben vor.

Konzept für die TU soll Anfang des zweiten Quartals 2021

Das Konzept für die TU soll Anfang des zweiten Quartals 2021 stehen. Die Frage des Standorts ist Teil der Vorbereitungsarbeiten der kommenden Monate, neben Linz haben u.a. Wels, Steyr und Leonding Interesse gezeigt. Eine Vorbereitungsgruppe, in der u.a. Bildungsminister Heinz Faßmann und Landeshauptmann Thomas Stelzer (beide ÖVP), Vertreter von Hochschulen, Wissenschaftsrat und Ars Electronica eingebunden sind, soll außerdem festlegen, auf wie viele Studentinnen und Studenten die neue TU ausgelegt und wie das Studienangebot ausgerichtet sein wird. Auch der rechtliche Rahmen der neuen Hochschule soll in den kommenden Monaten noch ausgearbeitet werden.

White Paper zum Thema

Wirtschaftskammer gegen Deutsch als Unterrichtssprache

Stephan Kubinger, Obmann-Stellvertreter der Sparte Industrie, plädiert für verpflichtende Auslandssemester und Englisch als Unterrichtssprache. Inhaltlich sollen "klassische Ingenieurs -und Materialwissenschaften auf digitale Transformation und Kommunikation treffen", wichtige inhaltliche Schwerpunkte sieht Kubinger in den Themen Künstliche Intelligenz und Big Data. In der Frage, ob die TU aus der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Johannes Kepler Uni hervorgehen oder parallel bestehen solle, ist man offen, beides sei möglich.

Wichtig wäre für Hummer zudem, dass die TU als USP über eine besondere Ausstattung - "Forschungsgeräte, die es wo anders nicht gibt" - verfüge, das ziehe internationale Wissenschafter an. Auch eine Vernetzung mit Fächern der Kunst- oder der Bruckneruni, "die für mathematisch orientierte Techniker anziehend sind", wäre wünschenswert. Der "Leuchtturm"-Anspruch bezieht sich aber auch auf die Soft-Skills: Die WK-Präsidentin könnte sich neben der TU "einen Badestrand" vorstellen. (apa/red)