Aussenwirtschaft

Wirtschaftskammer: Gute Chancen für heimische Betriebe im Donauraum

Das Wachstum im Osten des Donauraums sei deutlich höher als in Westeuropa, so WK-Vizepräsident Richard Schenz. Entsprechend gut seien die Geschäftschancen für heimische Betriebe - wobei auch die Schwierigkeiten zu beachten seien.

Die Donau sei der "wichtigste Fluss Österreichs" und hätte für das Land immer "eine ambivalente Bedeutung" gehabt, so Richard Schenz, Vizepräsident der Wirtschaftskammer. Die Donau sei "gleichermaßen Bedrohung und Segen" gewesen. Heute sei die Donau die Verbindung zu den Kernmärkten der österreichischen Unternehmen im Osten und Südosten Europas.

Mit einem Wachstum von drei bis vier Prozent liege der Osten des Donauraums deutlich über der durchschnittlichen Wachstumsrate Westeuropas, so Schenz beim Danube Region Business Forum im Haus der österreichischen Wirtschaft in Wien. Durch die EU-Öffnung in Richtung Westbalkan und die „One belt, one road Initiative“ Chinas gewinne der Donauraum zusätzlich an Bedeutung.

Fachveranstaltung zu Chancen - aber auch Schwierigkeiten

Auf der anderen Seite entspricht die Infrastruktur in vielen Donauländern längst noch nicht den Erfordernissen der Wirtschaft. Ziel des Danube Region Business Forum war es daher, einen Überblick zu erhalten über konkret geplante Investitionsprojekte, Finanzierungsmöglichkeiten und damit verbundene Geschäftsmöglichkeiten insbesondere auch für österreichische Unternehmen.

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Am Wirtschaftsforum nahmen neben Infrastrukturminister Norbert Hofer auch Vitaly Kindrativ, Generaldirektor im Infrastrukturministerium der Ukraine, Antonello Ricci, Leiter des Wien-Büros der Europäischen Investitionsbank, Zsuzsa Hargitai, Direktorin der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, sowie Paolo Bozzolo, Unicredit SpA Wien, teil - ebenso wie rund 200 Unternehmensvertreter aus dem In- und Ausland sowie sämtliche österreichische Wirtschaftsdelegierte aus dem Donauraum.

"Die Region verdient daher verstärkte Aufmerksamkeit"

Johann Sollgruber, Berater für Handel der Europäischen Kommission, wies darauf hin, dass nach dem Brexit beinahe jeder vierte EU-Bürger im Donauraum leben werde, „die Region verdient daher verstärkte Aufmerksamkeit“. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund habe die EU-Kommission vorgeschlagen, „dass Bulgarien und Rumänien in der kommenden EU-Finanzperiode 2021-2027 trotz allgemeiner Budgetknappheit mehr Fördermittel aus dem EU-Haushalt erhalten sollen als in der laufenden“. Zudem, so Sollgruber, sei die EU gefordert, „sich auf die Ambitionen Chinas - Stichwort neue Seidenstraße - entsprechend vorzubereiten und europäische Antworten zu finden“.

Über 9000 österreichische Unternehmen im Donauraum vor Ort

Finanzierungsmöglichkeiten für den Infrastrukturausbau, österreichische Exportchancen insbesondere in den Bereichen Bahn, Straße, Luftfahrt und Daten/Kommunikation sowie Trends in der digitalen Transformation waren weitere Themen, die beim Business Forum diskutiert wurden. Zudem nutzen viele die Betriebe die Möglichkeit, individuelle B2B-Gespräche mit Unternehmensvertretern aus dem In- und Ausland zu führen.

Über 9000 österreichische Unternehmen sind aktuell mit eigenen Niederlassungen im Donauraum vertreten. Die Aussenwirtschaft Austria betreut heimische Betriebe vor Ort in insgesamt 17 Büros. (red)

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