Konjunktur

Wirtschaftsbarometer der Steiermark zeigt auf ein leichtes Hoch

Die jüngste Mitgliederbefragung der steirischen Wirtschaftskammer zur Konjunktursituation fällt positiv aus - Aufträge und Exporte ziehen an, die Industrie ist dabei ein Treiber. Einzig die "gesamtwirtschaftliche Lage" lässt nach Meinung der Befragten noch zu wünschen übrig.

Josef Herk Wirtschaftskammer Standort Steiermark

Ein leichtes frühsommerliches Hoch verzeichnet das steirische Wirtschaftsbarometer, die Mitgliederbefragung der steirischen Wirtschaftskammer zur Konjunktur. Sowohl bei Auftragslage, Beschäftigung und Umsatzerwartung als auch Investitionen würden die Erwartungen nach oben weisen. Nur die gesamtwirtschaftliche Lage werde noch nicht positiv beurteilt, hieß es bei der Präsentation.

Zur Umfrage hieß es, dass sich der steirische Export wesentlich besser entwickle als erwartet. In der Befragung seien mittlerweile alle Branchen und Regionen vertreten. 712 von 4.500 angefragten Betrieben hätten geantwortet, eine Rücklaufquote von 16,6 Prozent. Zum Antreiben der Stimmung brauche es politische Weichenstellungen und nicht zu viele Baustellen, die die Fahrt bremsen.

Industrie als Treiber

Unter den Branchen seien Information und Consulting und vor allem die Industrie ein Treiber. Zur Regierung sagte Präsident Josef Herk, diese habe mit der Ankündigung eines "New Deal" einen guten Start gehabt, sei aber nach einigen Tagen wieder in alte Gepflogenheiten zurückgefallen. "Da brauchen wir einen Real Deal, um es umzuformulieren", sagte Herk.

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Der Saldo in der allgemeinen Stimmung kratzte schon an der Nulllinie, zum ersten Mal seit fünf Jahren, sagte Kammerchef Herk. Grund genug für ihn, von der Politik wieder einmal Veränderungen zu fordern: "Für den großen Förderkatalog sind die Mittel nicht vorhanden. Aber wir brauchen den Investitionsfreibetrag, um den gordischen Knoten beim Investitionsstau aufzulösen."

Ferner müsste die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter angehoben werden, diese sei seit 1982 gleich geblieben. Die Abschreibung für Abnutzung (AfA) sollte ebenfalls flexibler werden: "Die Abschreibung eines Hotel-Badezimmers über 40 Jahre ist seltsam, wer hat schon ein 40 Jahre nicht renoviertes Badezimmer benützt?", fragte Herk.

Auch das Beauftragtenwesen gehöre weiter entrümpelt, die Beauftragtenzahl könnte um gut 20 Prozent reduziert werden. Neben der Vereinfachung der Lohnverrechnung forderte Herk auch zum wiederholten Male die Senkung der Lohnnebenkosten. (apa/red)