Standort Mexiko

"Wir warten auf ein Signal unserer Kunden"

Das Grundstück in Mexiko ist gekauft, die Zusage für die Abnahme von Produkten ist gegeben. Noch wartet Robert Pollmann aber auf das Go von Magna, Bosch und Co., bevor er in Mexiko wirklich loslegt.

Robert Pollmann Mexiko Pollmann Austria

Das Grundstück ist stolze 15.000 Quadratmeter groß und in San Miguel de Allende gelegen, einer aufgrund ihrer Schönheit zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden 70.000-Einwohner-Stadt. Auch die Firma vor Ort ist bereits gegründet, denn dieses Frühjahr sollte der Bau der Produktion des österreichischen Autozulieferers Pollmann International in Mexiko beginnen. Eine Startinvestition von elf Millionen Dollar ist getätigt. Auch konkrete Zusa- gen für die Abnahme der Produkte hat Pollmann bereits, unter anderem vom Schiebedachhersteller Inalfa. Ab Jänner sollen die ersten Bauteile geliefert werden, und die Mexiko-Tochter des derzeit rund 1.500 Mitarbeiter zählenden Familienbetriebs rasch auf 200 Mitarbeiter anwachsen. In den ersten fünf Jahren ist ein Jahresumsatz von 20 Millionen US-Dollar geplant. Möglicherweise wird es auf dem Grundstück aber noch länger romantisch anstatt betriebsam bleiben.

„Wir sind wohl mehr als jeder andere derzeit in Warteposition. Das heißt, wir stehen Gewehr bei Fuß und können jederzeit mit dem Bau loslegen, aber wir warten auf klare Aussagen unserer Kunden“, sagt Firmenchef Robert Pollmann. Ihn selbst würde ein Neuverhandeln des NAFTA-Abkommens, wie es US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, wenig treffen. „Unsere Kunden sind zu 80 Prozent in Mexiko, wir würden an die dortigen Werke von Magna, Bosch und Conti liefern.“ Diese freilich produzieren in Mexiko sehr wohl für den US-amerikanischen Markt und bekämen Strafzölle für Einfuhren in die USA massiv zu spüren. Erste Signale ihrerseits gab es derweil aber noch nicht. „Nachdem Trump erst kurz im Amt ist, wissen sie wohl ebenso wenig wie wir, wie es weitergeht“, so Pollmann.