Produktion

„Wir holen verlorenes Terrain zurück“

Die Donau Chemie AG errichtet bis Sommer 2020 in Niederösterreich Europas erste Amidosulfonsäure-Produktionsanlage.

James Schober Donau Chemie Chemische Industrie Produktion Produktion

Grundsteinlegung für das Amidosulfonsäure-Werk in Pischelsdorf: GF Mathieu de Krassny, Werksleiter Alexander Liska, Vorstandsvorsitzender James Schober, Landesrat Martin Eichtinger, Aufsichtsratsvorsitzender Alain de Krassny, BH Andreas Riemer, Vorstand Richard Fruhwürth und Bürgermeisterin Marion Török.

Es sind rare Beispiele, doch es gibt sie: Industrieunternehmen, die Produktion aus Asien nach Europa holen. Das niederösterreichische Familienunternehmen Donau Chemie tut mit der ersten und einzigen Produktionsanlage für Amidosulfonsäure auf dem europäischen Kontinent genau das. Die Industriechemikalie, die vorwiegend zur Herstellung von Entkalkern, Kalklösern und Sanitärreinigern, in der Kunststoffindustrie oder in der Süßstoffindustrie eingesetzt wird, soll ab 2020 im Niederösterreichischen Pischelsdorf produziert werden. Investiert werden rund 20 Millionen Euro und es entstehen zehn neue Arbeitsplätze, sagt James Schober, Vorstandschef der Donau-Chemie AG.

Dass ausgerechnet der mittelständische Chemiekonzern Donau Chemie die Produktion von Amidosulfonsäure nach Europa holt, hat einen Grund: Die Niederösterreicher sind Marktführer für die Produktion von hochreiner Schwefelsäure, dem wichtigsten Bestandteil der Amidosulfonsäure. Da der Bedarf in Festlandchina, dem bisherigen Hauptproduktionsort zuletzt stärker gestiegen ist als die Produktion und man die Chemikalie in Asien in großen Mengen nicht mehr vorrätig halten kann oder will, wolle die Donau Chemie für europäische Kunden für Versorgungssicherheit sorgen, sagt Schober. „Man muss die Chemikalie vorrätig halten, um nicht von Asien abhängig zu sein –Versorgungssicherheit ist aus Sicht der europäischen Konsumenten von hohem Interesse. Hier kommt die neue Produktionsanlage ins Spiel" sagt Schober. 

Den Bedarf in Europa schätzt Donau-Chemie-Boss größer als 50.000 Tonnen pro Jahr ein – „Tendenz steigend“, so Schober. Produziert werden sollen vorerst 15.000 Tonnen. „Es ist kein leichtes Unterfangen mit Unternehmen zu konkurrieren, die jeden Einstandspreis toppen können“, so Schober. Er erwartet, dass der Mitbewerb aus Asien zumindest zu Anfangs die Preise kräftig drücken werde. Die Donau Chemie Gruppe hat im Vorjahr 374 Millionen Euro Umsatz gemacht, das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter in elf Ländern, 200 davon im Werk in Pischelsdorf.

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