Energiewirtschaft

Wintershall Dea: Nord Stream 2 wird fertig gebaut

Die umstrittene neue Gasröhre von Russland nach Deutschland werde fertig gebaut, so die Einschätzung von Mario Mehren, Konzernchef von Wintershall Dea. Der Energiekonzern ist wie die heimische OMV am Milliardenprojekt beteiligt.

Die umstrittene russisch-europäische Gaspipeline Nord Stream 2 wird nach Einschätzung des am Projekt beteiligten Öl- und Gaskonzerns Wintershall Dea fertiggestellt. "Ich bin zuversichtlich, dass die Pipeline zu Ende gebaut wird", sagte Konzernchef Mario Mehren in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Leitung sei wichtig für die Versorgungssicherheit in Europa. Sein Konzern sei als Finanzpartner bisher auch nicht von Sanktionsdrohungen betroffen.

Durch die 1.230 Kilometer lange Ostsee-Pipeline, an deren Finanzierung auch die österreichische OMV beteiligt ist, soll russisches Gas von Sibirien nach Deutschland und Westeuropa strömen. Die USA lehnen dies ab.

Die Leitung ist fast fertiggestellt. Unter dem Druck der USA sind die Arbeiten jedoch weitgehend zum Erliegen gekommen. Die USA lehnen die Pipeline mit der Begründung ab, Europa gerate dadurch in zu starke Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen. Zugleich bemühen sich die USA darum, verflüssigtes Erdgas (LNG) auf den europäischen Markt abzusetzen. Diese Haltung wird auch von vielen Vertretern der Demokraten des gewählten US-Präsident Joe Biden geteilt.

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Fünf Finanzpartner aus Westeuropa

Wintershall Dea gehört unter anderem neben dem Düsseldorfer Versorger Uniper und der OMV zu den fünf Finanzpartnern des Projekts unter der Führung des russischen Gazprom-Konzerns. Die fünf Partner stellen je ein Zehntel der auf bis zu 9,5 Mrd. Euro geschätzten Baukosten zur Verfügung, Gazprom den Rest.

Im dritten Quartal musste Wintershall Dea - ein Joint Venture von BASF und Letter One - operativ einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten (EbitDax) erzielte das Unternehmen von Juli bis Ende September ein Ergebnis von 397 Mio. Euro - ein Rückgang um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Konzern hält mit Kostensenkungen dagegen. Die Ölpreise seien jedoch im Jahresvergleich um 30 Prozent gefallen, die Gaspreise sogar um 40 Prozent, begründet das Unternehmen die Entwicklung. Die Investitionen in Produktion und Entwicklung seien um 33,5 Prozent auf 252 Mio. Euro gesenkt worden, womit Wintershall Dea auf einem guten Weg sei, die Gesamtjahresprognose von 1,2 Mrd. Euro einzuhalten. (reuters/apa/red)