Mineralölindustrie

Wintershall DEA Chef Mario Mehren will mit Fusion "Brücken bauen"

Der künftige Chef des neuen Ölkonzerns Wintershall DEA, Mario Mehren, wirbt für die Fusion auch mit politischen Argumenten.

Solch ein Unternehmen kann auch ein Brückenbauer in Ländern sein, mit denen man sonst weniger zu tun hat oder zu denen Beziehungen manchmal schwierig sind", sagte Mehren dem "Handelsblatt" vom Montag. "In unserem Fall ist das vor allem Russland, aber denken Sie auch an Libyen oder Ägypten." 

Wenn ein Unternehmen in solchen Gebieten aktiv sei, gäbe es intensive Handelsbeziehungen. Dadurch habe es auch die Politik manchmal leichter, sagte Mehren weiter.

Der Chemieriese BASF und die Luxemburger Investmentfirma LetterOne des russischen Milliardärs Mikhail Fridman hatten vergangene Woche angekündigt, ihr Öl- und Gasgeschäfte zu fusionieren - ihre jeweiligen Töchter Wintershall und DEA sollen zu einem Gemeinschaftsunternehmen verschmelzen. Kartellbehörden, Auslandsinvestitions- sowie Bergbaubehörden und die Bundesnetzagentur müssen das Geschäft aber noch genehmigen.

White Paper zum Thema

Die fusionierte Wintershall DEA sei "groß genug, um bedeutsam zu sein, aber schnell, flexibel und mutig und zugleich erfahren genug, um auch komplexe Aufgaben zu lösen", sagte Mehren dem "Handelsblatt". Das Russland-Geschäft bleibe auch für den neuen Ölkonzern von großer Bedeutung. Der staatliche Konzern Gazprom sei der wichtigste Partner von Wintershall, "und sieht es sehr positiv, wenn wir ein noch größerer Partner werden", sagte Mehren der Zeitung.

Der Zusammenschluss beider Unternehmen ist für das erste Halbjahr 2019 geplant, ein Jahr später will Wintershall DEA an die Börse gehen.