Windkraft

Windenergie in Deutschland: Zubau findet fast nicht mehr statt

Der Energieverband BDEW spricht wegen der Einbrüche beim Bau neuer Windanlagen von einer "dramatische Situation".

Der deutsche Energieverband BDEW hat angesichts der Ausbaukrise bei der Windenergie an Land von einer "dramatische Situation" gesprochen. BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, so lasse sich das Ziel von 65 Prozent regenerativ erzeugtem Strom bis 2030 nicht erreichen.

Nach BDEW-Berechnungen müssten jährlich zwischen 2,9 und 4,3 Gigawatt aus Windenergie an Land-Anlagen zugebaut werden. "Davon sind wir meilenweit entfernt", so Kapferer.

Die Ausbaukrise bei der Windenergie an Land hat sich verschärft. Nach einer Analyse der Fachagentur Windenergie an Land gingen von Jänner bis Ende September 2019 nur 148 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 507 Megawatt ans Netz. Dieser Wert sei in den vergangenen fünf Jahren jeweils schon im ersten Quartal erreicht worden. Die bisherige Neuanlagenleistung heuer liege um 82 Prozent unter dem Durchschnitt der Vergleichszeiträume zwischen 2014 und 2018.

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Kapferer sagte, der BDEW habe zusammen mit Wirtschafts- und Umweltverbänden zahlreiche Vorschläge vorgelegt, wie die Misere abgestellt werden könne. "Leider hat die Bundesregierung eine regelrechte Windausbau-Bremse in ihr Klimapaket eingebaut: Die pauschale Abstandsregelung von 1.000 Metern ist völlig kontraproduktiv: Folge wäre eine drastische Einschränkung der Flächen, die den energie- und klimapolitischen Zielen diametral entgegensteht."

Auch die Grünen-Energiepolitikerin Julia Verlinden nannte die Entwicklung bei der Windenergie dramatisch. "Erfolgreicher Klimaschutz rückt so immer weiter in die Ferne", sagte sie der dpa. "Tausende Arbeitsplätze sind gefährdet." Die schlechte Entwicklung setze sich fort. "Zum wiederholten Male wurden in der letzten Ausschreibungsrunde viel weniger Wind-Projekte eingereicht als ausgeschrieben. Die Regierung muss endlich handeln und für mehr Flächen und weniger Bürokratie sorgen." (dpa/apa/red)

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