Industriekonjunktur

Wifo: Heimische Konjunktur ganz langsam auf dem Weg der Besserung

Das Konjunkturklima-Index des Wifo ist auch im Juni tief im negativen Bereich geblieben, aber zuletzt spürbar gestiegen. In allen Sektoren gebe es Anstiege, so die Konjunkturbeobachter. Allerdings bleibe Österreichs Wirtschaft "weiter im Griff" der Coronakrise.

Die heimische Konjunktur scheint wieder etwas auf dem Weg der Besserung zu sein - das signalisiert der Wifo-Konjunkturklima-Index. Er lag zwar auch im Juni stark im negativen Terrain, ähnlich zur Zeit der Krise 2008/09, doch legte er spürbar zu. Auch die Erwartungen der Unternehmen waren im Juni weniger negativ als im Vormonat, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).

Der Konjunkturklimaindex gewann saisonbereinigt 7,6 Punkte auf minus 20,7 Zähler hinzu - ähnlich den Werten bei der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Covid-19-Krise halte Österreichs Wirtschaft "weiter im Griff". Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen für die Gesamtwirtschaft stieg, ebenfalls saisonbereinigt, um 6,2 auf minus 30,0 Punkte und liegt laut Wifo damit "im Bereich der Werte, die im April gemessen wurden".

Anstiege in allen Sektoren

In allen Sektoren gebe es Anstiege. In den Dienstleistungsbranchen stieg der Index um 5,8 auf minus 34,9 Punkte, "weiter in der Nähe der historischen Tiefstwerte". Im Bausektor wuchs der Lageindex um 14,9 auf minus 4,5, nur noch knapp im negativen Bereich. In der Sachgütererzeugung gab es ein Plus von 4,1 auf minus 30,3 Zähler.

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Die Erwartungen der heimischen Betriebe seien über alle Sektoren hinweg deutlich weniger negativ als im Vormonat - der Index der unternehmerischen Erwartungen kletterte im Juni um 9,0 Zähler, blieb mit minus 11,2 Punkten aber im negativen Bereich.

Erwartungsindex beim Bau schafft es über die Nulllinie

Nur in der Bauwirtschaft erholte sich der Erwartungsindex so sehr, dass er es über die Nulllinie schaffte, mit 5,4 Punkten Anstieg auf 4,8 Zähler. Bei den Dienstleistern stieg der Erwartungsindex um 8,9 auf minus 9,2, im Sachgüterbereich um 10,2 auf minus 19,4; vor allem die Unternehmen der Sachgütererzeugung würden mehrheitlich eher eine gedämpfte Normalisierungsdynamik erwarten. (apa/red)

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