Industriekonjunktur

Wifo: Gute Entwicklung der Industriekonjunktur

Laut einer Schätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts ist die heimische Wirtschaft im ersten Quartal leicht gewachsen, bleibt aber weiterhin deutlich unter dem Nivau vor der Krise. Günstig entwickelt sich demnach die Lage in der Industrie und am Bau. Auch Investitionen legen zu.

Österreichs Wirtschaft ist zu Jahresbeginn im Vergleich zu Ende 2020 leicht gewachsen, im Jahresabstand aber bereits das fünfte Quartal hintereinander geschrumpft, wenn auch diesmal weniger als zuletzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag von Jänner bis März real um 0,2 Prozent über dem vierten Quartal 2020 und um 2,7 Prozent unter dem ersten Vierteljahr 2020, ergab die Schnellschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo).

Positive Impulse für die Wirtschaft kamen zu Jahresanfang von der fortschreitenden Erholung der Industrie- und Baukonjunktur. Die Wertschöpfung in der Industrie stieg gegenüber dem Vorquartal um 2,6 Prozent (nach lediglich +0,6 Prozent im vierten Quartal) und im Bausektor um 3,6 Prozent (nach 2,4 Prozent Rückgang Ende 2020), so das Wifo.

Etwas höhere Investitionen

Durch Industrie und Bau seien heuer zu Jahresbeginn die anhaltenden Rückgänge in den konsumrelevanten Dienstleistungsbereichen ausgeglichen worden, die weiter unter den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung litten: Deren Wirtschaftsleistung sank im dritten Lockdown erneut, wenn auch nicht mehr so massiv wie im vierten Quartal. Handel, Beherbergung, Gastronomie und Verkehr büßten 3,1 Prozent Wertschöpfung gegenüber dem Vorquartal ein - im Schlussquartal 2020 hatte das Minus noch 15,6 Prozent betragen, nach 29,6 Prozent Plus im "Öffnungsquartal" Juli bis September.

White Paper zum Thema

Bei den Investitionen gab es positive Tendenzen: Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen gegenüber dem Vorquartal um 1,7 Prozent. Die Exporte sanken um 1,0 Prozent und die Importe um 1,5 Prozent - geprägt von einer stabileren Industriekonjunktur einerseits, aber auch Ausfällen im internationalen Reiseverkehr andererseits. Ende Mai wird die Statistik Austria auf Basis vollständigerer Daten über das erste Quartal berichten.

Aktuell dazu:
Statistik Austria: Aufholeffekte der Industrie stärker als in der Finanzkrise >>

Bei den sonstigen Dienstleistungen - wo persönliche Dienstleistungen wie Friseure sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung enthalten sind - betrug der Rückgang der Wertschöpfung im ersten Quartal 4,6 Prozent (nach minus 12,5 Prozent Ende 2020 bzw. 39,7 Prozent Plus im dritten Quartal). Als Stütze für die Wertschöpfungsentwicklung erwiesen sich laut Wifo weniger kontaktintensive Bereiche wie IT, Banken, Versicherungen, Immobilien sowie die Öffentliche Verwaltung.

Flaute bei Dienstleistern hält an

Auf der Nachfrageseite waren die Konsumausgaben der Privathaushalte weiter rückläufig. Die Angebotsbeschränkungen durch den dritten Lockdown bis 8. Februar im Handels- und Dienstleistungsbereich brachten erneut einen Nachfragerückgang im privaten Konsum, wenn auch deutlich moderater als Ende 2020. Im ersten Quartal sank die Konsumnachfrage der privaten Haushalte (inkl. private Organisationen ohne Erwerbszweck) nach ersten Berechnungen des Wifo um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im vierten Quartal war der Rückgang mit 5,2 Prozent deutlich stärker gewesen, im dritten Quartal war der Privatkonsum um 12,0 Prozent höher als von April bis Juni. (apa/red)

Aktuell dazu:
Österreichs Industrie im Aufwind - Lieferengpässe nehmen zu >>   
Erzeugerpreise um fast drei Prozent höher als vor einem Jahr >>

In den Branchen:
FCIO: Große Sorgen in der heimischen Bauchemie wegen Engpässen >>
Österreichs Papierindustrie: "Fahren auf Sicht" >>

INDUSTRIEMAGAZIN:
Stoelzle-CEO Georg Feith: "Wir schlagen keine Haken" >>