HCB-Skandal

Wietersdorfer kann Verwertungsvertrag nicht mehr erfüllen

Der Zementwerkbetreiber solle sich nach Subunternehmern umsehen, die den belasteten Blaukalk verarbeiten könnten, so Donau Chemie. Wietersdorfer selbst hat keine Genehmigung zur Verbrennung mehr.

Wietersdorfer Donau Chemie Franz Geiger

Die Firma Donau Chemie pocht auf die Erfüllung des Verwertungsvertrags für HCB-belasteten Blaukalk durch den Zementwerksbetreiber Wietersdorfer. Donau Chemie-Vorstandschef Franz Geiger ließ via Aussendung am Dienstag wissen, dass der Vertrag den Einsatz von Subunternehmern erlaube. Im Zementwerk Wietersdorf darf der Kalk von der Altlastendeponie der Donau Chemie nicht mehr verbrannt werden.

Kurz nach Öffentlichwerden der HCB-Kontamination im Kärntner Görtschitztal wurde dem Werk die Genehmigung zur Verbrennung von belastetem Blaukalk verboten. Die Temperatur im Ofen war zu gering, Rückstände des Umweltgifts Hexachlorbenzol gelangten in die Luft und über das Futter in verschiedene Agrarprodukte, vor allem Milch und Fleisch.

"Unser Vertrag erlaubt es w&p (Firma Wietersdorfer & Peggauer, Anm.) ja, das Material über Subunternehmer außerhalb des Görtschitztales entsorgen zu lassen", so Geiger in der Aussendung. Das Unternehmen solle nun "nicht auf Zeit spielen, sondern unverzüglich und umweltgerecht handeln". Sollte das nicht passieren, drohten "umfangreiche Rechtsstreitigkeiten", allenfalls könnte die Sanierung der Altlast auch neu ausgeschrieben werden. Beide Varianten würden "jahrelange Verzögerungen bei der Beseitigung des belasteten Blaukalks bewirken".

Die Firma w&p, die das Zementwerk Wietersdorf im Kärntner Görtschitztal betreibt, hat seit November über eine Million Euro für den Austausch von mit dem Umweltgift HCB belasteten Futtermitten, für Labortests und Zahlungen an Bauern ausgegeben. (apa)