Wienerberger übernimmt Pipelife um 162 Millionen Euro ganz

Die Wienerberger AG erwirbt vom Joint-Venture-Partner Solvay deren 50-prozentigen Anteil an dem Kunststoffrohrunternehmen Pipelife zu einem Preis von 162 Millionen Euro.

Hintergrund der Übernahme ist das in vielen Märkten des weltgrößtzen Ziegelherstellers rückläufige Neubaugeschäft. "Wienerberger reduziert damit wie angestrebt dieAbhängigkeit vom konjunktursensiblen Wohnungsneubau von rund 70 Prozent gemessen am Umsatz auf 60 Prozent und eröffnet sich mit dieser Transaktion nachhaltiges Wachstumspotenzial in neuen Geschäftsfeldern sowie Märkten." Wienerberger wird Pipelife, welche zuvor anteilig konsolidiert war, zukünftig voll konsolidieren, hieß es in einer Aussendung. Die Transaktion werde den Umsatz jährlich um rund 800 Millionen Euro und das Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um rund 70 Millionen Euro erhöhen. Die Kartellbehörde muss noch zustimmen.

Pipelife ist ein großer europäischer Hersteller von Kunststoffrohren und Rohrsystemen mit 27 Werken in Europa sowie den USA und beschäftigt rund 2.650 Mitarbeiter in 27 Ländern. Die bedeutendsten Regionen sind dabei Nordeuropa, Benelux, Frankreich und Österreich, die zusammen mehr als die Hälfte des Umsatzes erwirtschaften. Pipelife erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 805 Millionen Euro und ein EBITDA von 69 Millionen Euro, so Wienerberger. Pipelife gehört seit etwa 20 Jahren gemeinsam der Wienerberger und dem belgischen Chemiekonzern Solvay.

Mit der Übernahme verfolge man das Ziel das Kerngeschäft der Wienerberger Gruppe auszuweiten, so Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender von Wienerberger."Mit dieser Transaktion sind wir - gemeinsam mit unserer Tochter Steinzeug-Keramo, die eine führende Position bei keramischen Rohren hält - zu einem der wichtigsten europäischen Player im Bereich Rohrsysteme in Europa aufgestiegen. " Wienerberger habe in den vergangenen beiden Jahren nur sehr kleine Akquisitionen getätigt, nun habe man eine größere Transaktion in Angriff genommen. "Ganz im Sinne unserer Aktionäre ist dies eine stark wertschaffende Transaktion, die ihnen vom ersten Tag ein zusätzliches Ergebnis je Aktie bringt". Aufgrund der "niedrigen Nettoverschuldung von Pipelife Ende 2011 von rund 70 Millionen Euro erwartet Wienerberger keine wesentliche Verschlechterung bei den Bilanz- und Finanzkennzahlen". (APA/red)

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