Baustoffe

Wienerberger schrieb 2012 rote Zahlen

Der weltgrößte Ziegelproduzent Wienerberger ist 2012 in die Verlustzone gerutscht. Das Ergebnis nach Steuern verschlechterte sich gegenüber dem Jahr davor von plus 39,4 Millionen auf minus 40,5 Millionen Euro. Grund dafür sind die Nachfrageschwäche in Europa und die Restrukturierungskosten in Höhe von insgesamt 43 Millionen Euro, die bereits vollständig in der Bilanz berücksichtigt worden seien.

Hinzu kam eine Firmenwertabschreibung von 9,8 Millionen Euro in Kroatien. "Wir haben einen Verlust gemacht, aber er ist geprägt durch Einmaleffekte", betonte Konzernchef Heimo Scheuch am Dienstag.
 
Klares Ziel für 2013 sei es, wieder in die Gewinnzone zu kommen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll im laufenden Geschäftsjahr von 245,5 auf rund 280 Millionen Euro steigen, erwartet Scheuch.

"Bereich Rohre wird sicher stark wachsen"

Als positive Entwicklungen nannte der CEO die guten Geschäfte mit Rohren, die von der Komplettübernahme des Kunststoffrohrherstellers Pipelife zusätzlich belebt werden, die steigenden Baubeginne in den USA und den dort im Vorjahr erzielten Turnaround im Ziegelgeschäft. "Der Bereich Rohre wird sicher stark wachsen", ist der Wienerberger-Chef überzeugt.

Die Dividendenauszahlung für 2012 von voraussichtlich 12 Cent je Aktie summiert sich laut Finanzvorstand Willy Van Riet auf 13 Millionen Euro. Gerechtfertigt sei die Ausschüttung angesichts der guten Entwicklung des Free Cashflows, der sich gegenüber dem Jahr davor von 135 auf 163,6 Millionen Euro erhöhte und sich auch 2013 weiter stark entwickeln soll, so Scheuch und Finanzvorstand Willy Van Riet.

Umstrukturierung

Die Umstrukturierung bei Wienerberger ist seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise voll im Gange. Seit 2009 wurden bereits rund 60 Werke geschlossen bzw. stillgelegt. Derzeit ist der Baustoffkonzern an 226 Standorten aktiv - die Ziegelfabriken waren im Vorjahr zu 60 Prozent ausgelastet.

In Österreich beschäftigt das Unternehmen rund 850 der weltweit etwas über 13.000 Mitarbeiter. Im Gegensatz zum gesamteuropäischen Markt, der auch heuer schwierig bleiben soll, zeichne sich der heimische Markt durch große Stabilität aus.

Europa bleibt schwieriges Pflaster

Wegen der Euro- und Staatsschuldenkrise bleibt der europäische Markt den Erwartungen zufolge weiterhin ein schwieriges Pflaster. 2012 gingen die Ziegelverkäufe mengenmäßig um 11 Prozent zurück, umsatzmäßig um 6 Prozent. Das EBITDA brach um 22 Prozent ein.

61 Prozent des Umsatzes erzielt Wienerberger mit dem Ziegelgeschäft in Europa, der EBITDA-Anteil liegt mit 75 Prozent noch höher. Entsprechend konzentrierte sich das Restrukturierungsprogramm schwerpunktmäßig auf Europa. Kosten von in Summe 43 Millionen Euro, die in 2012 bereits vollständig in die Bilanz eingearbeitet wurden, stehen Einsparungen von in Summe 50 Millionen Euro bis 2014 gegenüber.

Der Umsatz von Wienerberger kletterte im Vorjahr - dank der Pipelife-Komplettübernahme - um 23 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 2 Prozent auf 246 Millionen Euro. (APA)

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