Baustoffindustrie

Wienerberger schreibt bei höheren Umsätzen weniger Verlust

Der weltgrößte Ziegelhersteller hat im ersten Quartal seine Verluste im Vergleich zur Vorjahresperiode reduziert. Für das Gesamtjahr erwartet Konzernchef Heimo Scheuch trotz uneinheitlicher Entwicklungen am Markt einen um neun Prozent höheren Gewinn.

Der auf Ziegel und Kunststoffrohre spezialisierte Wienerberger-Konzern ist im ersten Quartal des Jahres gewachsen und hat den Verlust im Vergleich zur Vorjahresperiode reduziert. Die Märkte entwickelten sich uneinheitlich, für das Gesamtjahr soll aber der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wie geplant um neun Prozent zulegen, teilt das Unternehmen mit.

Der Wienerberger-Konzern hat im ersten Quartal den Umsatz um acht Prozent auf 659,6 Mio. Euro (610,8 Mio. Euro) gesteigert. Der Nettoverlust verringerte sich um 27 Prozent auf 17,5 Mio. Euro (Vorjahresperiode: 23,9 Mio. Euro). Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 15.769 auf 16.038 (Vollzeitäquivalente).

Zuwächse im Wohnbau

Dank Zuwächsen im Wohnbau sowohl in West- als auch in Osteuropa legte der Absatz der Tonprodukte bei stabilen Preisen deutlich zu. In Summe stieg der Umsatz um neun Prozent auf 372 Mio. Euro. Auch der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen erhöhte sich um ein Drittel auf 41 Mio. Euro.

White Paper zum Thema

Das Geschäft mit Rohren und anderen Baumaterialien machte zwar um vier Prozent mehr Umsatz (211 Mio. Euro), das EBITDA halbierte sich aber, von 13,9 auf 6,7 Mio. Euro. Positive Entwicklungen in Ost- und Nordeuropa wurden durch schwache Aufträge im internationalen Geschäft für großdimensionierte und faserverstärkte Kunststoffrohre sowie den Ausfall des Exportgeschäftes von keramischen Rohren in den Mittleren Osten überlagert.

Märkte entwickeln sich ziemlich uneinheitlich

In Nordamerika war das Wetter besser, was zu mehr Bautätigkeit bei kleinen Wohnhäusern führte. Auch das Geschäft mit Kunststoffrohren lief "zufriedenstellend" wodurch es in Summe ein Umsatzplus von 18 Prozent auf 74 Mio. Euro gab. Das Ergebnis legte um 68 Prozent auf 4 Mio. Euro zu.

Für das gesamte Jahr 2017 erwartet Wienerberger-Chef Heimo Scheuch in "nahezu allen" Ländern Osteuropas ein Wachstum, in Westeuropa sei mit unterschiedlichen Markttrends zu rechnen. Vor allem renoviert werde weniger. Bei Infrastrukturinvestitionen werde ein Wachstum erwartet.

Teure Rohstoffe bei Kunststoffrohren
 
Bei Kunststoffrohren "gilt es steigende Rohstoffpreise für Plastikgranulat im weiteren Jahresverlauf abzufedern", heißt es in der Aussendung des Konzerns. Im amerikanischen Wohnbau werde das Wachstum weitergehen, in Kanada die Entwicklung "stabil" sein. Wienerberger werde weiter auf Innovationen setzen. "Unser Fokus liegt hier auf neuen Produkten und Services sowie direkteren digitalen Kanälen in den Markt und zu unseren Kunden", so Scheuch. (apa/red)