Baustoffindustrie

Wienerberger hebt Dividende massiv an

Nach einem deutlichen Gewinnanstieg im abgelaufenen Jahr will der Wiener Weltmarktführer für Ziegel deutlich mehr Geld an die Aktionäre zahlen.

Die Ausschüttung soll von 30 auf 50 Cent je Aktie erhöht werden, ein Plus von 67 Prozent. "Wir hatten in allen Divisionen sehr starke Zuwächse zu verzeichnen", sagte CEO Heimo Scheuch bei der Bilanzpressekonferenz.

Auch heuer sollen sich die Märkte für Wohnungsneubau und Infrastruktur stabil entwickeln beziehungsweise leicht wachsen. Der Konzern betreibt weltweit mehr als 200 Standorte. Großbritannien ist der größte Einzelmarkt von Wienerberger. Der Brexit, der Ende März vollzogen werden soll, macht noch keine Probleme. "Derzeit fahren wir Volllast in den 14 Fabriken", so Scheuch. Die Nachfrage sei hoch. "Wir liefern auch aus Belgien und den Niederlanden zu."

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Der unbekannte Faktor Brexit

Es droht aber nach wie vor auch ein harter, also ungeregelter EU-Ausstieg der Briten ohne jegliche Übergangsfristen. "Seit mehr als zwei Jahren prägt uns dieses Thema", räumte der Konzernchef ein. "Wir arbeiten an allen möglichen Szenarien, die uns treffen könnten." 2018 habe Wienerberger seinen Marktanteil in Großbritannien jedenfalls noch erhöht. Aber: "Wir werden, wenn es notwendig ist, anpassen", so der Konzernchef.

Aktuell beschäftigt Wienerberger mehr als 1.200 Mitarbeiter im Vereinigten Königreich und erzielt dort rund 10 Prozent des Konzernumsatzes.

Weltweit erwirtschaftete der Konzern 2018 mit Baustoffen für Wände, Fassaden, Dächer und Freiflächen sowie mit Rohren aus Kunststoff und Keramik einen Umsatz von 3,31, Mrd. Euro. Das war ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Jahr davor und der bisher höchste Wert in der Unternehmensgeschichte, die auf das Jahr 1819 zurückgeht. Auch in den osteuropäischen Werken fährt der Konzern den Angaben zufolge Volllast.

Deutliches Gewinnplus

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15 Prozent auf 469,3 Mio. Euro. Nicht (um Auswirkungen von Konsolidierungskreisveränderungen, Verkäufe, Fremdwährungseffekte und Strukturanpassungen) bereinigt weitete sich das EBITDA um 7 Prozent auf 442,6 Mio. Euro aus . Das operative Ergebnis (EBIT) legte um 34 Prozent auf 239,8 Mio. Euro zu. Netto blieb ein Gewinn von 133,5 Mio. Euro (plus 8 Prozent).

In Zukunft will der Ziegelkonzern weiter wachsen und seine Kosten weiter kürzen. Das derzeit laufende Sparprogramm "Fast Forward 2020" soll zwischen 2018 und 2020 in Summe 120 Mio. Euro einspielen - im abgelaufenen Jahr sei mit entsprechenden Strukturverbesserungen bereits eine EBITDA-Steigerung von 20 Mio. Euro erreicht worden, heuer sollen es 40 Mio. Euro sein. Dabei gehe es um "Verbesserungsmaßnahmen quer durch das Unternehmen", von der Produktion bis hin zur Verwaltung, erklärte Scheuch. Das Geld werde in Firmenübernahmen investiert.

Im vergangenen Jahr seien 159 Mio. Euro in Wachstumsinvestitionen geflossen - 103 Mio. Euro davon in Übernahmen, 56 Mio. Euro in organisches Wachstum. Für 2019 sind den Angaben zufolge Normalinvestitionen in Höhe von 200 Mio. Euro veranschlagt. Zudem werde der "Abschluss mehrerer Übernahmen" erwartet. "Wir haben eine Liste von Kandidaten für die nächsten Jahre", sagte der Manager.

Der Konzern gehe konsequent aus Märkten raus, wo er keine hohe Marktdurchdringung habe und diese auch nicht ausbauen könne. In Österreich etwa zog sich Wienerberger im abgelaufenen Jahr aus dem Betonflächengeschäft zurück. "Wir werden die Strategie nicht ändern, wir sind erfolgreich unterwegs", meinte der CEO. (apa/red)