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Wiener Start-up Toolsense: Millionenvorschuss für Digitalisierung des Maschinenbaus

Das Wiener Start-up Toolsense bietet Maschinenbauern eine Plattform rund um das "Industrielle Internet der Dinge", die neue Geschäftsmodelle im Bereich des Kundendienstes ermöglichen soll. Wie es heißt, nutzen Hersteller wie Stihl, Tyrolit oder Wolff die Produkte bereits.

Das Wiener Start-up Toolsense hat bei Geldgebern drei Millionen Euro eingesammelt und möchte das Geld nun in weiteres Wachstum investieren. Die Firma bietet Maschinenbauern digitale Dienste rund um das "Industrielle Internet der Dinge". Mit ihren Produkten konnte das Unternehmen, das heute 23 Mitarbeiter zählt, in der Branche bisher Kunden wie Stihl, Tyrolit oder Wolff gewinnen. Die eigens entwickelten Dienste seien aber nicht nur für Maschinenbauer interessant, sondern auch für die Bereiche Reinigungstechnik, Kommunaltechnik, Bauwirtschaft und Landwirtschaft, wie es hieß.

Neue Dienste über IIoT-Plattform

Im Zentrum der Produktpalette des Unternehmens steht eine Plattform, die eine mit Sensoren versehene Hardware und eine Anwendung im Internet miteinander verknüpft. Damit ließen sich neue Kundenservices vor allem in Bereichen anbieten, die dem Verkauf nachgelagert seien, so das Unternehmen. Beispiele seien eine automatisierte Zustellungen von Ersatzteilen, eine Automatisierung des Kundendienstes oder vorausschauende Wartung. Maschinenbauer könnten etwa auch erforderliche Reparaturen und Wartungen anbieten, bevor es zu einem Schaden komme und Reparaturkosten anfielen. Die Lebensdauer der Maschinen steige und ein teurer Stillstand werde vermieden, so das Unternehmen.

Maschinenbauern verspricht das Start-up einen bis zu zehn Prozent höheren Umsatz. Dagegen könnten Prozesskosten für Servicefälle um bis zu 90 Prozent reduziert werden, hieß es. Endkunden profitieren demnach von Funktionen wie dem automatischen Anzeigen des Standortes der Maschine und der digitalen Inventarisierung der gesamten Maschinenflotte, und zwar unabhängig vom Fabrikat.

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Dazu hieß es weiter, viele Endkunden würden inzwischen Maschinen von mehreren Herstellern gleichzeitig betreiben, aber diese nur über eine einzige Softwareplattform in ihre bestehenden IT-Systeme einbinden wollen. Genau das sei mit der neuen Plattform möglich. Zum Beispiel könnten damit Manager von Reinigungsfirmen alle sich im Einsatz befindlichen Reinigungsmaschinen unterschiedlicher Hersteller zentral orten und verwalten.

Risikokapitalgeber zeigen sich überzeugt

"Maschinenbauer können ihren Kunden neue Servicemodelle anbieten, die gesamte Customer Experience digitalisieren und ihren After-Sales Umsatz steigern", glaubt Alexander Manafi. Er hat das Unternehmen vor drei Jahren gemeinsam mit Benjamin Petterle und Rostyslav Yavorskyi im Rahmen eines Programms der FH Technikum Wien gegründet.

Bei der jüngsten Finanzierungsrunde bekam Toolsense jedenfalls nach eigenen Angaben Gelder in Höhe von drei Millionen Euro. Zu den Geldgebern zählt unter anderem der Gründerfonds der staatlichen Förderbank AWS sowie der Risikokapitalgeber BTOV, der sich auf industrielle Technologien spezialisiert hat. Zu den weiteren Investoren zählen demnach Segnalita Ventures, Martin Global und Dr. Georg Hoblik.

(red)

v.l.n.r.:, Rostyslav, Yavorskyi, (CTO), Alexander, Manafi, (CEO), Benjamin, Petterle, (CPO), ToolSense, GmbH © ToolSense GmbH

Von links: Rostyslav Yavorskyi (CTO), Alexander Manafi (CEO), Benjamin Petterle (CPO).

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