Motorenbau

Mit dieser Technik will Bosch den Diesel-Niedergang verhindern

Der Wettlauf um den besten Antriebsmotor der Zukunft bleibt noch länger unentschieden, so die Veranstalter des Motorensymposiums. Zu dem Treffen kamen rund 1000 Motorenexperten aus aller Welt in die Wiener Hofburg. Hersteller wie Bosch präsentierten neue, extrem effiziente Abgasfilter.

Mit einer neuen Abgastechnik will Bosch den Niedergang des in Verruf geratenen Diesel-Motors aufhalten. Das System soll den Stickoxid-Ausstoß des Antriebs auch im Realbetrieb auf der Straße weit unter den aktuellen und künftigen Grenzwerten halten können, wie der Autozulieferer mitteilt.

Bosch spricht von einem Durchbruch auf dem Weg zu einer möglichst emissionsfreien Mobilität. Die Technik sei so weit ausgereift, dass sie sofort in die Serienentwicklung der Hersteller einfließen könne. Eine Nachrüstungslösung für von Fahrverboten bedrohte Diesel-Autos ist allerdings auch sie nicht.

Die angesichts von Manipulationen und der Debatte um Fahrverbote unter Druck geratene Diesel-Technik ist ein wichtiges Standbein des Konzerns. Der Bereich Auto und Mobilität macht insgesamt bei Bosch fast die Hälfte des Gesamtumsatzes aus und wächst zudem überdurchschnittlich. Bosch verbuchte 2017 bei 78,1 Mrd. Euro Umsatz ein operatives Ergebnis von 5,3 Mrd. Euro - beide Werte sind die höchsten der Firmengeschichte.

Für 2018 ist der Autozulieferer vorsichtiger. Der Umsatz werde "bedingt durch konjunkturelle und geopolitische Risiken" zwischen zwei und drei Prozent zulegen.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres stagnierte der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres, bereinigt lag er um fünf Prozent darüber. "Wir sehen eine Reihe von Risiken, wollen aber neben dem Umsatz vor allem die Rendite weiter steigern", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner laut Redetext. Sorgen bereiten dem Konzern Handelskonflikte, besonders eine mögliche Eskalation zwischen den USA und China.

Wachstumschancen sieht der Technologiekonzern bei allen Arten der Vernetzung: Außer für Elektroautos und autonome Fahrzeuge bietet Bosch Produkte für vernetzte Fabriken, Häuser oder Städte. Mehr als die Hälfte des Geschäfts macht der Zulieferer in der Kfz-Sparte "Mobility Solutions", die im vergangenen Jahr ihren Umsatz auf 47,4 Mrd. Euro steigerte.

Das Geschäft wuchs den Angaben zufolge dreimal so stark wie die weltweite Automobilproduktion. Gefragt waren vor allem Einspritzsysteme für Diesel- wie Benzinmotoren und Fahrerassistenzprodukte.

Auch beim automatisierten Fahren will Bosch schneller wachsen als der Markt. Der Absatz von Radar- und Videosensoren beispielsweise, die für computergesteuerte Autos benötigt werden, soll dieses Jahr um 40 Prozent zulegen. Der Zulieferer setzt darauf, dass die Kunden künftig außer Komponenten ganze Systeme nachfragen, die in der Regel mehr abwerfen.

(dpa/Reuters/APA/red)

Verwandte tecfindr-Einträge