Pharmaindustrie

Wiener Marinomed meldet starkes Absatzplus bei Virenblockern

In einer vom Coronavirus ausgelösten weltweiten Krise meldet das österreichische Biotech-Unternehmen Marinomed stark steigende Zahlen bei seinen Virenblockern, die teilweise auch gegen Covid wirksam sein sollen. Trotz bester Auftragslage erwartet Marinomed allerdings für heuer einen Verlust, weil die Forschung so teuer ist.

Das österreichische Biotech-Unternehmen Marinomed sieht sich als Profiteur der Virenangst in der Coronapandemie, jedenfalls bei den Verkaufszahlen. Besonders gut verkauften sich seine Virenblocker. In den ersten drei Quartalen stieg der Umsatz um 53 Prozent auf 5,1 Mio. Euro, im dritten Quartal allein um 68 Prozent. Hohe Forschungs- und Entwicklungskosten bescheren allerdings weiter Verluste. Sie sind bis Ende September 2020 aber geringer ausgefallen als im Jahr zuvor. Das Neunmonatsergebnis verbesserte sich auf -4,8 Mio. nach -6,2 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

Marinomed-Produkt Carragelose als Treiber

Treiber der Entwicklung ist das Marinomed-Produkt Carragelose, das laut Laborbefunden gegen zahlreiche respiratorischen Viren wirkt und auch das neue SARS-CoV-2 Virus neutralisiert.

In Österreich ist der Wirkstoff schon jahrelang in Apotheken erhältlich, unter anderem als Nasenspray mit dem Markennamen "Coldamaris". Produzent ist die Firma Sigmapharm im Auftrag von Marinomed. Dessen Konzernchef Andreas Grassauer hatte kürzlich erklärt, dass Carragelose auch im Hinblick auf das Coronavirus klinisch getestet wurde - und zwar erfolgreich. Demnach könne Carragelose die Viren neutralisieren und so die Zellen vor der Infektion schützen, wie unabhängige Studien in den USA und Argentinien bestätigt hätten. Details dazu:  Wiener Marinomed möglicherweise auf dem Weg zur Sensation >>

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Hersteller wartet auf weitere Studien

Allerdings braucht der Hersteller noch weitere Bestätigungen der Wirksamkeit aus klinischen Studien. Ergebnisse aus sogenannten "Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studien" zu den Produkten von Marinomed lagen zuletzt noch nicht vor.

Sollte eine geplante klinische Phase-IV-Studie an Klinikpersonal, das an COVID-19 erkrankte Patienten versorgt, zeigen, dass eine vorbeugende Behandlung mit Carragelose die Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion und anderer viraler Atemwegserkrankungen verringern kann, würden sich weitere Umsatzmöglichkeiten ergeben.

Entsprechend der guten Entwicklung ist auch der Ausblick von Marinomed positiv. Dank guter Auftragslage ist eine starke Umsatzentwicklung zu erwarten. Heuer wird es aber weiter Verluste geben, "mittelfristig" dann Gewinne. (apa/red)