Schifffahrt

Wiener Hafen schreibt ein Rekordjahr

Der Wiener Hafen hat 2016 ein Rekordjahr verzeichnet: Umsatz und Ergebnis lagen über dem bisher besten Geschäftsjahr 2014. Bei den Zahlen mache sich auch der Ausbau des Autoterminals bemerkbar - wobei es auch einen Rückgang beim Containerumschlag gibt.

Der Wiener Hafen hat 2016 ein Rekordjahr verzeichnet. Der Umsatz und das Ergebnis vor Steuern (EGT) sind deutlich gestiegen. Zum Erfolg trugen nicht nur Schiffe, sondern dank hauseigenem Pkw-Verteilzentrum auch Autos bei, wie bei der Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch betont wurde. Auch die Lager-Auslastung war höher - nicht zuletzt dank 85.000 Paletten Knabbergebäck.

Umsatz stieg um acht Prozent

Der Umsatz der gesamten Gruppe - zu der neben weiteren Firmen auch der Container- Logistiker WienCont gehört - kletterte im Vergleich zu 2015 um rund 8 Prozent auf 56,8 Mio. Euro. Das bisherige Rekordjahr 2014 (53,6 Mio. Euro) wurde um cirka 6 Prozent übertroffen, wie die Wiener Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) und der Geschäftsführer der Wien-Holding, Peter Hanke, erläuterten. Das EGT lag bei rund 12,7 Mio. Euro, es konnte gegenüber dem Jahr davor um 32 Prozent gesteigert werden - und um 27 Prozent gegenüber 2014.

Die Investitionen beliefen sich 2016 auf 7,9 Mio. Euro. Geflossen sind sie in Landgewinnungsmaßnahmen und auch in Infrastruktur für Landfahrzeuge: Das hafeneigene Autoterminal wurde um rund 3.000 Quadratmeter ausgebaut, wodurch die Kapazität deutlich erhöht wurde. Das betreffende Geschäftsvolumen wurde um etwa 30 Prozent gesteigert. Insgesamt 72.000 Autos liefen im Vorjahr über das Pkw-Zentrum.

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Ein Plus von 8,6 Prozent setzte es beim klassischen Schiffsumschlag am Hauptstandort Freudenau. Insgesamt wurden 984.000 Tonnen Güter auf dem Wasserweg an- oder abgeliefert, rund 1.100 Schiffe wurden empfangen, wie Fritz Lehr, der kaufmännische Hafen-Geschäftsführer berichtete.

Rund 300.000 Passagiere

Rund 300.000 Menschen waren zudem mit den Passagierschiffen der DDSG - eine Unternehmen des Wiener Hafens und des Verkehrsbüros - unterwegs. Einen leichten Rückgang verzeichnete die Containersparte. 440.000 Einheiten wurden umgeschlagen, was ein Minus von 1,6 Prozent im Vergleich zu 2015 bedeutet.

Die Lagerauslastung in den Hallen und auf den Freiflächen lag laut der technischen Geschäftsführerin des Unternehmens, Doris Pulker-Rohrhofer, im Vorjahr bei rund 73 Prozent. Dies bedeute ebenfalls eine Steigerung. Deponiert und weiterverteilt werden dabei höchst unterschiedliche Waren. Neben Chips & Co - der Höhepunkt in Sachen Knabbergebäck-Vorräte wurde wenig überraschend während der Fußball-EM verzeichnet - sind auch Wahlkabinen, Crush-Ice oder Streusalz am Gelände gelagert. Auch zahlreiche Kreuzfahrtschiffe überwinterten dort.

Auch 2017 ist man auf sehr gutem Kurs, wie Wien-Holding-Chef Hanke mit einem Blick auf die ersten Monate des Jahres 2017 darlegte. Auch ein neuer Bestwert wird nicht ausgeschlossen: "Es kann sein, dass wir noch etwas drauflegen können." Eigentümer-Vertreterin Brauner beteuerte: "Wir sind wirklich sehr stolz auf den Wiener Hafen." Dieser sei für den Standort Wien von großer Bedeutung - und gleichzeitig auch ein Sensorium für die generelle Wirtschaftsentwicklung. (apa/red)