Energieversorger

Wien Energie warnt vor der Schließung von Kraftwerken

Falls die Regierung die seit Jahren versprochenen Förderungen für effiziente Gaskraftwerke nicht erhöhe, werde es zur Schließung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen führen, so der Wiener Energieversorger.

Die Wien Energie warnt angesichts des von der Regierung auf Eis gelegten ausständigen EU-Notifikationsverfahrens für den Weiterbetrieb von Kraft-Wärmekopplungsanlagen (KWK) vor Kraftwerksschließungen. In KWK-Anlagen werden gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt.

"Wir werden dieses Kraftwerk schließen", so Wien-Energie-Chef Michael Strebl zur "Presse" - zumindest dann, wenn die Regierung die seit Jahren versprochenen Förderungen für effiziente, derzeit aber unrentable Gasheizkraftwerke, weiter verschleppe.

Bundesregierung: "Auf die Pause-Taste gedrückt"

Ein Sprecher des Umwelt- und Energieministeriums hatte in der Vorwoche erklärt, "ja, wir haben beim Bewilligungsverfahren auf die Pause-Taste gedrückt", weil man vor der Klima- und Energiestrategie Beschlüsse von Einzelmaßnahmen als nicht zielführend erachte. "Wir wollen das in eine abgestimmte Gesamtstrategie einbetten, die uns die gesteckten Ziele erreichen lässt."

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SPÖ-Energiesprecher Wolfgang Katzian hat diese Woche einen Entschließungsantrag in den Nationalrat eingebracht, mit der Aufforderung an Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), den Notifizierungsprozess wieder aufzunehmen und das beschlossene KWK-Punkte-Gesetz umzusetzen. Dabei bekräftigte er seine Warnung puncto Versorgungssicherheit von vergangener Woche.

Strebl erklärte gegenüber der Zeitung, bei aller Anstrengung Richtung erneuerbarer Energien "brauchen wir Gaskraftwerke als Sicherheitsnetz". Er bleibt optimistisch: "Ich bin guter Dinge, dass die Regelung kommt", sagte Strebl. "Eine Pausetaste ist keine Stopptaste." (apa/red)

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