Bahnindustrie

Westbahn nimmt zehn weitere Garnituren von Stadler in Betrieb

Die Westbahn vergrößert die Anzahl ihrer Züge von sieben auf künftig siebzehn Garnituren des Schweizer Herstellers Stadler. Die erste Garnitur geht jetzt in Betrieb. Ab Dezember führt der Betreiber den Halbstundentakt zwischen Wien und Salzburg ein.

Die Zulassung des Schweizer Bundesamts für Verkehr am vergangenen Montag war nun der erste Schritt, die Netz-Zustimmungserklärung für Österreich sowie der Eintrag ins Fahrzeugregister gestern die zweite Voraussetzung für den operativen Einsatz des neuen Flottenteils.

Für alle diesbezüglichen Abstimmungen sei die ÖBB-Infrastruktur AG ein "serviceorientierter und höchst effizienter Partner" gewesen, meldet der private Bahnbetreiber. Da alle notwendigen Bestätigungen jetzt vorlägen, könnten die neuen Garnituren ab sofort den Passagierbetrieb aufnehmen, so der Betreiber weiter. Die Modelle des Schweizer Bahnindustriekonzerns Stadler heißen "Kiss 2".

Diese Woche wurde mit einer eigenen Pendelverbindung die Bedienung zwischen Wien Hauptbahnhof, Wien Meidling und Wien Westbahnhof aufgenommen. Diese Verbindung fährt mit den Westbahn-Zügen die Knotenpunkte sechs Mal täglich an, die vom Westbahnhof nach Salzburg fahren.

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Dies sei eine gute Gelegenheit, die neuen Züge zu testen, heißt es bei der Westbahn, die gerade Werbung für die Erweiterung ihres Fuhrparks macht.

In den nächsten Wochen folgen die weiteren Garnituren, bis schließlich im Herbst alle zehn Züge ausgeliefert sein werden. Ab Dezember 2017 soll dann der Halbstundentakt zwischen Wien und Salzburg starten.

Erich Forster, Chef der Westbahn, hat sich zu diesem Anlass bei den eigenen Mitarbeitern, Stadler, allen Behörden und der ÖBB-Infrastruktur AG bedankt.

Eckdaten zur Westbahn

Im Zug der Liberalisierung der europäischen Eisenbahnen gegründet, hat die Westbahn ihren Stundentakt zwischen Wien und Salzburg im Dezember 2011 aufgenommen.

Haupteigentümer ist der Bauindustrielle und heutige Investor Hans Peter Haselsteiner. Offiziell gehört das Unternehmen der Haselsteiner Familien-Privatstiftung zu 49,90 Prozent, der Augusta Holding(hinter der Haselsteiner, Wehinger und  das Unternehmen Oldro AG stehen) zu 32,70 Prozent sowie dem staatlichen französischen Bahnkonzern SNCF zu 17,40 Prozent.

Die Westbahn betrieb bis zu der jetzt startenden Erweiterung sieben Doppelstocktriebfahrzeuge, fuhr im Jahr nach eigenen Angaben rund 3,5 Millionen Zugkilometer und beförderte knapp 4,8 Millionen Passagiere. Im Jahr 2015 erreichte die Westbahn zum ersten Mal ein positives operatives Ergebnis.

(red)

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