Kunststoffindustrie

Weniger Wegwerfprodukte aus Plastik gefordert

In Berlin, Brüssel und London mehren sich die Forderungen nach einer Eindämmung der Plastiklawine - vor allem bei Produkten, die nur wenige Sekunden in Gebrauch sind.

"Wir brauchen eine EU-weite Plastiksteuer auf Wegwerfprodukte", sagte deutsche Grünen-Chef Robert Habeck der Zeitung "Die Welt" . So lasse sich eine "Lenkungswirkung" erreichen.

Plastik wird massiv gefördert - durch die Hintertür

Es könne überdies nicht sein, dass Erdöl, das für die Produktion von Kunststoffen verwendet werde, anders als Öl für Kraftstoffe steuerlich bevorzugt werde, sagte der Umweltminister aus Schleswig-Holstein. "Diese Plastiksubvention gehört abgeschafft", forderte Habeck.

Auch EU-Kommissar Günther Oettinger habe unlängst eine Plastiksteuer gefordert. "Die Bundesregierung sollte Oettinger dabei unterstützen", forderte der Grünen-Chef.

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London verbietet Strohhalme und Wattestäbchen aus Kunststoff

Dagegen macht Großbritannien im Kampf gegen den Plastikmüll schon Nägel mit Köpfen. Bis Ende des Jahres will London Strohhalme, Wattestäbchen und Umrühr-Stäbchen aus Kunststoff komplett verbieten. Diese Gegenstände sind sehr energieintensiv und rohstoffintensiv in der Herstellung - und meist nur wenige Sekunden in Gebrauch.

Ein entsprechendes Gesetz kündigte Umweltminister Michael Gove  an. Das Gesetz soll Wegwerfartikel aus Plastik reduzieren, wie die Regierung weiter mitteilte. Es werde aber Ausnahmen geben, etwa im medizinischen Bereich. Das Verbot sei angesichts der Verschmutzung der Weltmeere von "globaler Dringlichkeit". In Großbritannien werden jedes Jahr 8,5 Milliarden Plastikstrohhalme weggeworfen.

Premierministerin Theresa May hatte im Jänner eine Reihe von Maßnahmen angekündigt. So plant die Regierung ein Pfandsystem für Plastikflaschen. Zudem sollen Kunden künftig in allen Geschäften für Plastiksäcke zahlen - bisher gilt dies nur für große Geschäfte. Dort kosten sie fünf Pence (5,7 Cent) pro Stück.  (afp/APA/red)

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