Apple-Zulieferer

Weniger als 2 Euro: Weiter illegale Löhne bei Foxconn

Foxconn ist der weltgrößte Zulieferer für Elektronik und auch im Bereich Industrie 4.0 und IoT ein starker Player. Die Mitarbeiter des Riesenkonzerns, der Produkte für Apple oder Amazon baut, haben jedoch wenig Grund zur Freude.

Foxconn ist der weltgrößte Zulieferer für Elektronik und beliefert die Mehrheit der großen Hersteller für Konsumgüterelektronik, allen voran Apple. Außerdem ist Foxconn ein zentraler Hersteller bei Technologien für Industrie 4.0 und das "Internet der Dinge". Das Unternehmen beschäftigt mehr als eine Million Menschen.

Eine große Bekanntheit weit über Industriekreise hat Foxconn erlangt, weil es unter seinen Mitarbeitern eine ganze Reihe von Selbstmorden auf dem Firmengelände gegeben hat. Allein im Jahr 2010 nahmen sich 13 seiner Mitarbeiter das Leben.

2012 haben sich etwa 2.000 Mitarbeiter von Foxconn in einem Werk in China eine Massenschlägerei mit den Wachleuten geliefert. Auch sonst ist Foxconn regelmäßig in den Schlagzeilen wegen des brutalen Umgangs mit Mitarbeitern und Löhnen, die selbst für China extrem niedrig sind.

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Foxconn zahlt weniger als zwei Euro pro Stunde - Apple und Amazon als Abnehmer

Nun ist es wieder soweit: In dem Foxconn-Werk Hengyang in der Provinz Hunan seien exzessive Arbeitszeiten, niedrige Löhne und mangelhafte Ausbildung festgestellt worden, erklärte die New Yorker Organisation China Labor Watch, die auf Arbeitsrechte in China spezialisiert ist.

Außerdem verstoße das Unternehmen durch den übermäßigen Einsatz von Zeitarbeitern gegen geltendes chinesisches Recht. Die Zeitarbeiter erhielten umgerechnet 2,26 Dollar (1,92 Euro) pro Stunde. Dies sei illegal. In dem Werk wird unter anderem der E-Book-Reader Kindle und der Lautsprecher Echo Dot hergestellt.

Amazon erklärte, bei einer Überprüfung des Werks im März sei festgestellt worden, dass der Einsatz von Überstunden und Zeitarbeitern Anlass zur Sorge gebe. Von Foxconn sei die Abstellung der Mängel verlangt worden. Foxconn versicherte, das Unternehmen "arbeite daran", geltendes Recht einzuhalten. (reuters/apa/red)

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