Stahlindustrie

Weltstahlverband senkt Prognosen

Warum die Erwartungen in Sachen Stahlnachfrage in diesem Jahr nicht erreicht wurden und wie es 2022 weitergehen soll.

Stahlindustrie Industriekonjunktur

Die Erholung der Stahlnachfrage wird heuer und im nächsten Jahr nach Einschätzung des Weltstahlverbands geringer ausfallen als bisher erwartet. Die Nachfrage werde 2021 um 4,5 Prozent ansteigen, teilte der Verband am Donnerstag mit. Im April hatte er noch ein Wachstum von 5,8 Prozent in Aussicht gestellt. Für 2022 liegt die Prognose nun bei plus 2,2 anstatt 2,7 Prozent.

Ursache hierfür sei vor allem die schwächere Nachfrage in China. Dort werde der Verbrauch heuer wohl um ein Prozent sinken, nachdem bisher ein Plus von drei Prozent erwartet wurde.

China verbraucht etwa die Hälfte des weltweit hergestellten Stahls. In der Volksrepublik schwächelt der Immobilienmarkt, in die Schlagzeilen geraten ist vor allem der überschuldete Evergrande-Konzern. Zudem hat die Führung in Peking die Industrieproduktion zum Teil gedrosselt, um die Klimaschutzziele zu erfüllen. Die Nachfrage in China ist auch für europäische Player wie Thyssenkrupp und Salzgitter von großer Bedeutung. Geht der Verbrauch dort zurück, weichen die Hersteller oft auf Exportmärkte wie Europa aus.

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In der World Steel Association sind Hersteller vertreten, die etwa 85 Prozent der weltweiten Stahlproduktion abdecken. (apa)