Stahlindustrie

Weltproduktion von Edelstahl steigt - überraschender Rückgang in China

Die Stahlindustrie produziert weltweit mehr Edelstahl als vor einem Jahr. Überraschend im ersten Quartal 2017 ist allerdings der deutliche Rückgang in China.

Stahlhersteller weltweit produzieren deutlich mehr Edelstahl. Im ersten Quartal des heurigen Jahres ist die Produktion von Edelstahl im im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um knapp 15 Prozent auf knapp 12 Millionen Tonnen gestiegen. Das meldet hier die in Brüssel ansässige nichtkommerzielle Organisation International Stainless Steel Forum (ISSF).

Im Jahresabstand ergeben sich in den einzelnen Weltregionen für das erste Quartal folgende Werte:

  • Europa: plus 6,1 Prozent
  • USA: plus 36,2 Prozent
  • China: plus 19,4
  • Asien ohne China und Südkorea: plus 6,5 Prozent.
  • Brasilien, Russland, Südkorea: 6,4 Prozent.

Überraschender Rückgang in China seit Anfang 2017

Beim Blick auf das erste Quartal im Vergleich zum Quartal davor fallen allerdings andere Werte auf. So haben innerhalb der  ersten drei Monate des heurigen Jahres sowohl Europa mit 8,4 Prozent als auch die USA mit knapp elf Prozent bei der Produktion von Edelstahl zugelegt.

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China dagegen verzeichnet einen deutlichen Rückgang um 9,2 Prozent. Auch die Produktion in den Regionen Brasilien, Russland und Südkorea ging insgesamt um knapp drei Prozent zurück.

Chinesische Abnehmer kaufen schon auf Vorrat

Eine mögliche Erklärung für die Entwicklung in China ist die übliche massive Umweltverschmutzung der Stahlindustrie - und damit einhergehend der Versuch Pekings, die Smogbelastung in den Ballungsräumen wenigstens etwas zu senken.

Deshalb hat die chinesische Regierung vor einigen Monaten in mehreren Regionen die Stahlhütten angewiesen, die Produktion im Winter zu halbieren. Wie berichtet befürchten nun Finanzfirmen und Industriebetriebe einen Engpass am chinesischen Markt, kaufen verstärkt ein und treiben so die Preise deutlich hinauf. Aktuell dazu: Stahlpreise in China steigen stark - Stahlproduktion im Winter halbiert >>

(red)