Zulieferindustrie

Internationalisierung im Gange

Die Perspektiven der Automobilzulieferer sind längst nicht so schlecht wie die jüngsten Schlagzeilen. Europa wird auch weiterhin zumindest durchschnittlich wachsen. Die Lieferanten verdienen gut. Und eine Expansion nach Asien ist für Unternehmen der zweiten und dritten Lieferantenebene gar kein Überlebenskriterium. Von Josef Ruhaltinger

Tatsächlich sind viele der großen einheimischen Player im Autozuliefergeschäft, wie Magna, Miba oder List, bereits seit mehreren Jahren in China aktiv. Bei den Sublieferanten der dritten und vierten Stufe ergebe sich „ein differenzierteres Bild: Deren Kunden sind unverändert mehrheitlich in Europa.“

Internationalisierung im Gange

Die Internationalisierung der mittelständischen Zulieferer ist unter den heimischen Spielern seit vielen Jahren im Gange – mit unterschiedlicher Intensität. Ein innovationsgetriebener Getriebe- oder Motorenkomponentenfertiger unterliegt aus Gründen der „supply chain“ einem starken Druck, dem Hersteller an den lokalen Produktionsort zu folgen. Hersteller im „Interior-Bereich“ wie Sitzteile, Designapplikationen oder Innenauskleidungen sind hingegen eher preisgetrieben und müssen Standorte in sogenannten „best-cost-countries“ aufweisen, um in Ausschreibungen berücksichtigt zu sein. Das ist der Grund, warum Unternehmen wie der Tiefziehspezialist Mark aus Spital am Pyhrn mit 310 Beschäftigten einen Standort in Slowenien betreibt. Das Tochterunternehmen in Slowenien beschert Mark in den Augen der OEM die Fähigkeit, aus Mischkalkulationen Bestpreise zu liefern: „Sonst dürften wir bei bestimmten Konzernen und Projekten gar nicht anbieten“, seufzt Eigentümer Rudolf Mark. Internationalität wird verlangt. Aber es muss nicht immer China sein.

Stabile Befindlichkeit

Die globale Branchenausrichtung nach China und die europäische Absatzkrise der vergangenen Jahre haben Österreichs Zulieferern bislang wenig geschadet. „Die Stimmung ist verhalten optimistisch“, formuliert es Rudolf Mark für die mittelständischen Branchenkollegen, nebenbei auch Beiratssprecher im oberösterreichischen Automobilcluster. Sein Unternehmen habe seit der Krise 2008 den Umsatz verdoppelt und er wisse auch von niemandem, der „mehr als üblich jammere“. Im letzten Jahr sei beim Clustertreffen in Linz stets die erste Frage gewesen, „ob der Auftragseinbruch schon spürbar sei. Heuer war das kein Thema.“