Pharmaindustrie

Wegen Stormy Daniels: Novartis beendet Zusammenarbeit mit Lobbyfirma

Wegen einer Affäre rund um die Pornodarstellerin Stormy Daniels hat der Schweizer Pharmakonzern Novartis den Vertrag mit einer Lobbyfirma in den USA nicht verlängert. Sie gehört einem Anwalt von Donald Trump. Derzeit bereitet Novartis in den USA einen Milliardendeal vor.

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Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat die Zusammenarbeit mit der Firma eines Anwalts von US-Präsident Trump beendet, über die Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels geflossen sind.

Der Konzern betont, dass Novartis-Chef Vasant Narasimhan in keiner Weise in die Sache verwickelt sei. Narasimhan steht seit Februar an der Spitze des Unternehmens.

Der Arzneimittelhersteller aus Basel erklärte jetzt, dass ein einjähriger Vertrag mit dem Unternehmen Essential Consultants des Trump-Anwalts Michael Cohen heuer im Februar ausgelaufen sei.

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Daniels, deren richtiger Name Stephanie Clifford ist, hatte nach eigener Darstellung eine längere Affäre mit Trump. Nach übereinstimmender Darstellung erhielt sie von Cohen 130.000 Dollar. Die Zahlung wurde über Essential Consultants abgewickelt. Daniels gab an, das Geld sei als Schweigegeld geflossen. Trump weist eine Affäre mit ihr zurück.

Lobbyistenvertrag "zu marktüblichen Konditionen"

Zuletzt hat Daniels' Anwalt Michael Avenatti erklärt, der Schweizer Konzern gehöre zu jenen Unternehmen, die Zahlungen an Cohens Firma Essential Consultants geleistet hätten. Andere seien der US-Telekomkonzern AT&T und Korea Aerospace Industries.

Tatsächlich hat Novartis nach eigenen Angaben im Februar 2017, nachdem sich Trump Gesundheitsthemen zugewandt hatte, einen einjährigen Vertrag mit Essential Consultants zu "marktüblichen Konditionen" abgeschlossen.

Von Sonderermittler Robert Mueller kontaktiert

Novartis sei im November vom Büro von Sonderermittler Robert Mueller im Zusammenhang mit Essential Consultants kontaktiert worden. Mueller untersucht mutmaßliche Absprachen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam 2016.

Trumps Anwalt bekam offenbar auch viel Geld aus Moskau

Avenatti hatte auch ausgeführt, Cohen habe kurz nach dessen Wahlsieg 2016 von einem russischen Oligarchen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin eine Zahlung von 500.000 Dollar (421.230 Euro) erhalten. (reuters/apa/red)

Novartis will Gentechnikfirma in den USA

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