Energie

Wasserstoff: Siemens Energy und Porsche planen Pilotprojekt in Chile

Die frisch abgespaltene Kraftwerksparte von Siemens und der Autobauer Porsche wollen in Chile die weltweit erste integrierte und kommerzielle Großanlage zur Herstellung synthetischer, klimaneutraler Kraftstoffe bauen.

"Grüner" Wasserstoff gilt als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien: Die deutschen Firmen Siemens Energy und Porsche planen nun ein Pilotprojekt in Chile. Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) übergab dazu einen Förderbescheid. Es ist der erste für ein internationales Projekt.

Siemens Energy will in Chile nach Firmenangaben gemeinsam mit dem Sportwagenbauer Porsche und einer Reihe internationaler Unternehmen ein Projekt entwickeln, aus dem die weltweit erste integrierte und kommerzielle Großanlage zur Herstellung synthetischer, klimaneutraler Kraftstoffe hervorgehen soll.

Porsche soll der Hauptabnehmer werden

Porsche ist Hauptabnehmer des grünen Kraftstoffs. Diese sollen etwa im Motorsport genutzt werden, wie Porsche-Chef Oliver Blume sagte. Elektromobilität sei "ohne Wenn und Aber" für den VW-Konzern die Technologie der Zukunft. Es werde aber auch in künftig noch Verbrenner geben.

White Paper zum Thema

Altmaier sprach in einer digitalen Konferenzschaltung von einem wichtigen Schritt zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie der Regierung. Altmaier übergab einen Förderbescheid in Höhe von 8,23 Millionen Euro an den Vorstandsvorsitzenden der Siemens Energy AG, Christian Bruch.

Europas Industrie ist beim Wasserstoff auf Importe angewiesen

Der Bedarf an Wasserstoff könne nicht nur aus heimischen Quellen gedeckt werden, so Altmaier. Deswegen müssten in anderen Ländern Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Deutschland habe bereits eine Reihe von Energiepartnerschaften geschlossen.

Das Pilot-Projekt "Haru Oni" nutzt nach Firmenangaben die hervorragenden Windbedingungen im Süden Chiles, um mit Hilfe von grünem Windstrom klimaneutralen Kraftstoff zu erzeugen. "Erneuerbare Energie wird nicht mehr nur dort produziert, wo sie gebraucht wird, sondern wo natürliche Ressourcen wie Wind und Sonne in großen Mengen vorhanden sind", so Bruch. Es würden weltweit neue Lieferketten entstehen, um regenerative Energie von einer Region in die andere zu transportieren.

Deutschland will wieder ein Vorbild sein

Deutschland soll nach dem Willen der Regierung bei der Nutzung neuartiger klimafreundlicher Wasserstoff-Energie weltweit zum Vorbild werden. Im Zentrum steht dabei sogenannter grüner Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen wird. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen.

Die deutsche Regierung will den Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne in Deutschland vorantreiben. Sie geht allerdings davon aus, dass ein großer Teil der benötigten Wasserstoff-Menge auf absehbare Zeit importiert werden wird. (dpa/apa/red)