Mineralölindustrie

Washington prüft Staatsbeteiligungen an Ölmultis

Die Regierung der USA erwägt Staatsbeteiligungen an den großen Energiekonzernen des Landes, weil die Branche wegen des historischen Absturzes der Ölpreise unter Druck geraten ist. Inzwischen ermitteln auch Behörden, wie es zu dem Absturz kommen konnte.

Die US-Regierung erwägt eine staatliche Beteiligung an den wegen niedriger Ölpreise unter Druck stehenden amerikanischen Energiekonzernen. "Wir prüfen eine ganze Reihe von Alternativen", sagte Finanzminister Steven Mnuchin in Washington. "Sie können davon ausgehen, dass dies eine der Alternativen ist."

Auch Präsident Donald Trump sagte, er wolle der Branche helfen. Dazu schlug er vor, dass die Regierung sowohl Treibstoff für das Land als auch Flugtickets im Voraus kaufen könne. "Das Energiegeschäft ist für mich sehr wichtig, und wir werden es aufbauen", sagte Trump. Die Vereinigten Staaten seien der größte Verbraucher von Öl und könnten den Rohstoff zu einem hohen Preis kaufen.

Derivateaufsicht CFTC prüft beispiellosen Preissturz

Der beispiellose Absturz des Ölpreises zu Wochenbeginn ist inzwischen Gegenstand von Ermittlungen der US-Derivateaufsicht (CFTC). "In einer solchen Situation prüfen wir alle möglichen Erklärungen", sagte der CFTC-Kommissar Dan Berkovitz der Nachrichtenagentur Reuters. Wegen der extremen Preisschwankungen werde man diesmal ganz genau hinschauen.

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Der Ölpreis war innerhalb von 30 Minuten um etwa 40 Dollar je Barrel gefallen, erstmals rutschte der Preis für US-Öl am Markt ins Minus. Wegen der Coronakrise - die zu einer weltweiten Rezession führen dürfte - wird der Rohstoff derzeit viel weniger nachgefragt. (reuters/apa/red)

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