Maschinenbauriese

Warum Dmg-Mori-Chef Masahiko Mori weniger arbeiten lässt

Mit Kinderkrippen, Arbeitszeitreduktion und Rekordwachstum feiert DMG Mori-Boss Masahiko Mori das 70. Firmenjubiläum.

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Zuletzt mit gewaltigem Plus von 40 Prozent am Heimmarkt Japan unterwegs: Masahiko Mori

Angereist war das Who is who der internationalen Produktionsforschung, lauter Meister ihrer Disziplin. Und sie machten ihrem Ruf alle Ehre: Ein Fachvortrag jagt im Intercontinental Mark Hopkins Hotel in San Francisco im vergangenen Juli den nächsten. Zwei volle Tage tauschen sich die Wissenschaftler über das dynamische Verhalten bei Drehprozessen, das Hochleistungsfräsen und die richtigen energetischen Parameter aus. Unter den zwei Dutzend Angereisten: Masahiko Mori. Der Chef des Maschinenbauriesen DMG Mori ist Schirmherr der US-Forschungsstiftung MTTRF, dem Ausrichter des Gipfeltreffens.

Er hängt den Forschern - aus aller Welt angereist - begeistert an den Lippen. Ein derart klares Bekenntnis zur Wissenschaft, die "Offenheit für die Akademia", sei in solchen Positionen eine Seltenheit, sagt ein Teilnehmer. "Oder was meinen Sie, wie viele Vorstandsvorsitzende es gibt, die sich stundenlang wissenschaftliche Vorträge anhören und dann selbst noch abends im lockeren Dresscode bei italienischen Gerichten und Rotwein Zeit mit einem verbringen", sagt er.

"Assimiliert"

Wie Mori dafür Zeit freischaufelt, grenzt tatsächlich an ein Wunder. Über 7000 Mitarbeiter, weit über 160 Standorte, 10.500 produzierte Maschinen 2017 und zuletzt ein gewaltiges Plus von 40 Prozent am Heimmarkt Japan: Nach der Einverleibung des deutschen Traditionsmaschinenbauers DMG setzt Mori alles daran, den Weltkonzern weiter an Substanz zulegen zu lassen. 2018 sollen es 11.500 gefertigte Maschinen sein - die Produktionskapazitäten dafür habe man: Die Werke seien für 15.000 Einheiten pro Jahr ausgelegt, heißt es.

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In Pfronten (Fünfachsmaschinen) Iga (große Horizontalmaschinen) und Nara (Systemlösungen) ist die Nachfrage so groß, dass Mori mit "Produktivitätssteigerungen" darauf reagiere. Meldungen, die Maschinenbauern Einbußen als Folge einer Absatzstagnation bei Smartphones attestieren, spielt das japanische Unternehmen nonchalant herunter: Dem betroffenen Geschäft mit metallischen Zulieferteilen sei man "nicht unmittelbar ausgesetzt".

Die Harmonie zwischen DMG-Chef Christian Thönes und Mori sei, so hört man im Unternehmen, von großem persönlichen Vertrauen" getragen. "Die beiden harmonieren gut", erzählt ein leitender Mitarbeiter. Mit der "Assimilation" im Unternehmen gehe es gut voran. Das sieht auch ein Entwickler im deutschen Werk Pfronten so: "Unsere Abstimmungsmeetings sind mittlerweile sehr gut koordiniert", erzählt er. 

Europäische DNA

Der japanische Konzern nimmt dabei durchaus europäische Züge an. Im heurigen Jubeljahr - das Unternehmen wird 70 - fließen europäische Ideen ein Maßnahmen sind unter anderem Kinderkrippen (nach dem Motto: "Play Well, Study well, work well"), eine Arbeitszeitreduktion auf unter 2000 Stunden pro Jahr und On-the-job-Trainings. Auch in Anlagentechnik wird nicht zu knapp investiert. In Europa und Japan sollen es bis Ende des Jahres sieben Milliarden Yen sein.

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