Großaufträge

Waffen: Rheinmetall doch gegen Kooperation mit Österreichern

Eigentlich hat der deutsche Waffenkonzern Rheinmetall geplant, ein Sturmgewehr für die Bundeswehr zusammen mit dem österreichischen Hersteller Steyr Mannlicher zu produzieren. Daraus wird jedoch nichts.

Die Zurückhaltung der deutschen Regierung bei Waffenexporten dämpft die Geschäfte des Rüstungskonzerns Rheinmetall.

Einen Rückzieher machte Rheinmetall in einem Prestigeprojekt: Ursprünglich hatte der Konzern zusammen mit dem österreichischen Hersteller Steyr Mannlicher ein Sturmgewehr bauen wollen, um damit die Bundeswehr neu auszustatten.

Bei Ausschreibung nicht mehr dabei

Doch bei der Ausschreibung des deutschen Verteidigungsministeriums ist die Firma nicht mehr dabei. "Wir haben aus betriebswirtschaftlichen Gründen entschieden, kein Angebot abzugeben", sagte ein Firmensprecher.

Zuvor war bereits Sig Sauer ausgestiegen. Damit ist vermutlich nur noch Heckler & Koch im Rennen - die deutsche Firma stellte bereits das derzeit noch genutzte Bundeswehr-Gewehr G36 her.

Wegen ausstehender Berliner Exportentscheidungen seien Umsatz und Auftragseingang im vierten Quartal 2017 beeinflusst worden, teilte Rheinmetall am Donnerstag in Düsseldorf mit. Ein Grund hierfür sei die verzögerte Regierungsbildung im Bund. Eine Zahl für das Quartal wurde nicht genannt.

Umsatz gestiegen

Im Gesamtjahr 2017 machte das Unternehmen trotzdem bessere Geschäfte, der Konzernumsatz in der Rüstungssparte stieg vorläufigen Zahlen zufolge um 3 Prozent auf 3,04 Mrd. Euro. Der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten stieg um 13 Prozent auf 400 Mio. Euro.

Neben der Rüstungssparte ist der Konzern noch als Autozulieferer tätig, dieser Bereich legte Firmenangaben zufolge um 8 Prozent auf 2,86 Mrd. Euro Umsatz zu. Beide Bereiche sind profitabel - die Kfz-Sparte verbuchte einen Rekord-Betriebsgewinn (Ebit) von 249 Mio. Euro und damit etwa 12 Prozent mehr als 2016. Die Rüstungssparte kam im vergangenen Jahr auf einen Betriebsgewinn von 174 Mio. Euro, ein Plus von 18 Prozent.

Die Autozulieferung steuerte 2017 mit 2,861 Mrd. Euro knapp die Hälfte zum Konzernumsatz bei. Mit dem Anstieg um 8 Prozent markierte die Sparte damit einen Rekordwert. Den höchsten Zuwachs erzielte dabei der Bereich Mechatronics mit seinen Produkten zur Verbrauchs-und Emissionsreduzierung.  (APA/dpa/Reuters/red)