Stahlbau

Waagner-Biro: Mitarbeiter von SBE verlassen ihren Arbeitsplatz

Bei Waagner-Biro wird die Konzernsparte SBE doch nicht fortgeführt. Damit fallen 107 Arbeitsplätze in Wien weg. Waagner-Biros Brückenbautochter Austria Stage Systems holt sich der Investor Erhard Grossnigg.

Schon diese Woche ist die insolvente Waagner-Biro-Tochter SBE gerichtlich geschlossen worden - entgegen bisherigen Informationen. 107 Jobs in Wien sind verloren, bestätigte eine Waagner-Biro-Sprecherin auf Anfrage. Die Mitarbeiter hätten diese Woche ihren Arbeitsplatz verlassen. Bisher war stets davon die Rede gewesen, dass zumindest Teile der SBE fortgeführt werden sollen.

"Eine Woche nach der Eröffnung (30.10.2018) des Konkursverfahrens hat das Handelsgericht Wien über Antrag des Masseverwalters die Schließung des Unternehmens verfügt", teilte der KSV 1870 mit.

"Die rasche Schließung war notwendig geworden, da keine relevanten liquiden Mittel im Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung vorhanden waren. Dieser Umstand hat eine Unternehmensfortführung unmöglich gemacht." Faktisch war auch kein freies Vermögen verfügbar. Die betroffenen Mitarbeiter waren bereits beim AMS vorgemerkt.

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Insolvenzantrag: Waagner-Biro Holding soll forgeführt werden

Zuvor hatte die operativ nicht tätige Waagner-Biro Holding, die Waagner Biro AG, einen Insolvenzantrag gestellt. Sie soll fortgeführt werden.

Nach intensiven Gesprächen gelang es nicht, den Kreditrahmen der nicht operativen Mutter wieder herzustellen. Zur Insolvenzverwalterin wurde die Wiener Rechtsanwältin Romana Weber-Wilfert bestellt. Die erste Gläubigerversammlung ist am 13.11., die Berichts- und Prüfungstagsatzung am 15.1.2019. Forderungen können bis zum 2.1.2019 angemeldet werden, teilten Creditreform, AKV und KSV mit.

Investor Grossnigg steigt bei der Austria Stage Systems ein

Eine andere Tochter, die Austria Stage Systems, ging an den Sanierer Erhard Grossnigg, zum Kaufpreis herrscht Stillschweigen. Recherchen zufolge musste die Austria Stage Systems - um nicht auch zahlungsunfähig zu werden - Garantien von fast 8 Mio. Euro legen. Dazu war sie aber nicht in der Lage.

Dann aber gelang es mit Grossnigg, der der Tochter erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt hat, die Garantien zu legen. Zudem sei ein angemessener Kaufpreis bezahlt worden.

Auch für die weitere Tochtergesellschaft Waagner-Biro Bridge Systems AG laufen Verkaufsgespräche, bei denen es konkretes Interesse geben soll. Bei dieser Tochter ist nach APA-Informationen aber damit zu rechnen, dass im Gegensatz zur Austria Stage Systems ein Sanierungsverfahren beantragt wird. (apa/red)

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