Waagner-Biro: Bundeskanzler Kurz telefoniert mit Abu Dhabi

Dem weltweit mit renommierten Projekten berühmt gewordenen Wiener Stahlbauer Waagner-Biro droht Insolvenz, weil die Vereinigten Arabischen Emirate den Bau des Louvre nicht bezahlen wollen. Jetzt interveniert Österreichs Regierung.

Im April bei einem Besuch in Abu Dhabi hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bereits mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Sheikh Mohamed bin Zayed Al Nahyan, über schleppende Zahlungen für Waagner Biro gesprochen.

Diese Woche gab es eine telefonische Fortsetzung. Kurz habe sich in die Verhandlungen eingeschaltet, weitere Gespräche seien geplant, hieß es aus dem Bundeskanzleramt.

Die Waagner-Biro-Tochter SBE hatte diese Woche Insolvenz angemeldet. Zu diesem Fall:

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Einer der Auslöser dürften ausstehende Zahlungen für den Bau der Metall-Kuppel über den Bauten des Louvre Abu Dhabi gewesen sein. Waagner Biro hatte allerdings auch Probleme mit einem Großprojekt in St. Petersburg, der Gazprom-Zentrale "Lakhta Arch", das für das österreichische Unternehmen rund 30 Mio. Euro Umsatz bringen sollte und wo Zahlungen ausständig sind.

Schwierigkeiten in Abu Dhabi, aber auch in St. Petersburg

Schon im April war bekannt, dass es Probleme bei der Begleichung der Rechnungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gab. Die wirtschaftlichen Folgen sind allerdings so massiv, dass auch der Mutterkonzern Waagner-Biro mit weltweit 1.500 Mitarbeitern, davon 170 in Österreich, "insolvenzgefährdet" ist, wie das Unternehmen selber mitgeteilt hatte. Firmenchef Thomas Jost hofft auf mehr Klarheit vor Ende des Monats, also nächste Woche. (apa/red)

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