Nutzfahrzeughersteller

VW will "Traton" an die Börse bringen - mehr Geld für Aktionäre möglich

Volkswagen bereitet seine Sparte für Nutzfahrzeuge mit den Marken MAN und Scania unter dem neuen Namen "Traton" für den Börsengang vor. Kleinaktionäre von MAN können auf ein höheres Abfindungsangebot hoffen.

Die Volkswagen-Nutzfahrzeug-Tochter Traton mit den beiden Marken MAN und Scania soll bis Ende des Jahres reif für die Börse gemacht werden.

Die VW-Nutzfahrzeugsparte Traton soll bis Ende dieses Jahres für einen späteren Börsengang bereit gemacht werden. Der Aufsichtsrat von Volkswagen habe zugestimmt, dafür die Rechtsform in die einer europäischen Gesellschaft (SE) zu ändern, wie das Unternehmen mitteilte.

Dies solle den internationalen Charakter der Traton Group unterstreichen, zu der die Lkw-Marken MAN, Scania, Volkswagen Caminhoes e Onibus aus Brasilien und die Mobilitätsmarke RIO gehören. Bis Ende des Jahres werde die SE ins Handelsregister eingetragen.

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Börsengang "mit Vollgas" in Vorbereitung

Zu MAN gehören auch das Geschäft mit Großdieselmotoren (MAN Energy Solutions) und die Getriebe-Tochter Renk, die VW nicht zum Nutzfahrzeuggeschäft zählt. Wie sie aus Traton herausgelöst werden sollen, ist ebenfalls noch offen.
Womöglich würden durch den Umbau stille Reserven aufgedeckt, erklärte MAN. Wenn das noch im laufenden Jahr passiert, kommen sie Volkswagen und nicht den außenstehenden MAN-Aktionären zu Gute, weil der Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit dem Wolfsburger Autobauer noch bis 31. Dezember läuft.

Der Volkswagen-Aufsichtsrat hatte die nächsten Schritte für den Börsengang von Traton beschlossen. Die Lkw-Tochter soll dazu in eine Europa-Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) umgewandelt werden.

Ob und wann der Börsengang stattfindet, hänge dann vom Marktumfeld ab, sagte VW-Finanzvorstand Frank Witter. "Traton wird jetzt die nächsten Schritte mit Vollgas angehen", sagte der Vorstandschef des Lkw-Konzerns, Andreas Renschler.

Aktionäre von MAN bekommen möglicherweise mehr Geld

Eine börsennotierte MAN SE würde dabei Investmentbankern zufolge nur stören. 24,3 Prozent der MAN-Stammaktien sind im Streubesitz, der Rest liegt bei Traton, der ehemaligen VW Truck & Bus.

Die Kleinaktionäre des Münchner Lkw-Herstellers MAN bekommen im Zuge eines möglichen Börsengangs der Muttergesellschaft Traton unter Umständen erneut ein Umtausch- oder Abfindungsangebot für ihre Papiere. Es sei aber offen, ob dieses höher oder niedriger ausfallen würde als die 90,29 Euro je Aktie, die MAN derzeit nach dem Ergebnis eines Spruchverfahrens bietet, teilte MAN mit.

Zurzeit spekulieren zahlreiche Kleinaktionäre auf ein höheres Angebot. Die MAN-Stammaktie lag zuletzt bei 93,50 Euro. (reuters/apa/red)

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